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Kommentar Israels neue politische Allianz kann Netanjahus sicher geglaubten Wahlsieg stoppen

Der amtierende Premier hat durch ein Bündnis seiner politischen Gegner ungeahnte Konkurrenz bekommen. Doch die Allianz muss sich als haltbar erweisen.
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Neben den Ermittlungen wegen Korruption könnte jetzt eine neu formierte Allianz aus politischen Gegnern seinen Wahlsieg verhindern. Quelle: dpa
Benjamin Netanjahu

Neben den Ermittlungen wegen Korruption könnte jetzt eine neu formierte Allianz aus politischen Gegnern seinen Wahlsieg verhindern.

(Foto: dpa)

Premier Benjamin Netanjahu konnte bisher fest damit rechnen, die Wahlen vom 9. April mit einem deutlichen Abstand zu gewinnen. Doch jetzt muss er zittern. Am Donnerstag einigten sich zwei Parteichefs darauf, eine Allianz einzugehen, die ihn besiegen soll. Zusammen haben Benny Gantz, Ex-Generalstabschef, und Yair Lapid, Ex-Finanzminister, reelle Chancen, Netanjahu abzulösen.

Politik-Newcomer Gantz wurde schnell zum Politstar. Gantz ist für viele ein Hoffnungsträger, der das Jahrzehnt Netanjahu beenden könnte. Mit der Botschaft „Alternative zu Netanjahu“ wirbt auch Lapid, der vor sechs Jahren die Partei „Wir haben eine Zukunft“ gegründet hat, die vor allem den Mittelstand anspricht.

Auf die Ausarbeitung eines Parteiprogramms haben die beiden verzichtet. Der gemeinsame Nenner der jungen Allianz ist lediglich „nur nicht Bibi“ – wie Netanjahu von Freund und Feind genannt wird. Alle anderen Fragen erscheinen ihr zweitrangig.
Während die Diskussion über Inhalte auf später verschoben wurde, sorgte die Frage, ob Gantz oder Lapid im Falle eines Wahlsiegs Premierminister werden würde, für heiße Köpfe.

Die beiden einigten sich auf einen Kompromiss: Sollte ihre Allianz das Rennen machen, wird zunächst Gantz Premier und Lapid Außenminister. Nach zweieinhalb Jahren, so die Vereinbarung, würden die Rollen getauscht. Dass Gantz gegenüber Lapid den Vorrang hat, dürfte die Siegeschancen der Allianz erhöhen. Gantz genießt mit seinem ruhigen Auftreten und seinem Hintergrund als Armeechef bei vielen Bürgern erheblichen Kredit.

Beide werden in den nächsten Wochen aber nicht nur auf Meinungsumfragen schauen, um sich ein Bild von ihrer Popularität zu machen. Mindestens ebenso wichtig ist für sie die Frage, ob Netanjahu der Korruption angeklagt wird. Dann wäre ein Wahlsieg der Allianz kaum noch aufzuhalten. Ob das noch nicht getestete Duo allerdings in der Folge stabil genug sein wird, um Differenzen zu bereinigen, ohne dass die Allianz auseinanderbricht, wird sich erst noch zeigen müssen.

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