Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Italienische Staatsanleihen werden anfällig bleiben

Die Zinsen für italienische Staatsanleihen sind zuletzt wieder deutlich gestiegen. Dahinter stehen Zweifel, ob das Land die Lasten der Krise ohne stärkere Hilfen tragen kann.
16.04.2020 - 17:58 Uhr Kommentieren
Die Renditen italienischer Staatsanleihen sind zuletzt gestiegen. Quelle: dapd
Ein Händler in Mailand

Die Renditen italienischer Staatsanleihen sind zuletzt gestiegen.

(Foto: dapd)

Das Urteil der Märkte über die jüngsten Entscheidungen der Euro-Finanzminister in der Coronakrise ist ziemlich ernüchternd. Die Zinsabstände italienischer Staatsanleihen im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen sind zu Wochenbeginn deutlich gestiegen.

Dahinter steckt die Befürchtung, dass die Beschlüsse nicht ausreichen – vor allem im Hinblick auf Solidarität der Mitgliedstaaten untereinander und die Verteilung der Lasten der Krise auf die Mitgliedstaaten. So lange es darauf keine weitreichendere Antwort gibt, dürften italienische Staatsanleihen anfällig bleiben.

Mit Italien und Spanien sind zwei Länder besonders von der Coronakrise betroffen, die ohnehin überdurchschnittlich hohe Schulden haben – und damit weniger finanziellen Spielraum. So geht der Internationale Währungsfonds (IWF) davon aus, dass die Wirtschaft in Italien und Spanien mit rund neun beziehungsweise acht Prozent stärker schrumpfen wird als in anderen Euro-Ländern. Ohne Hilfe der anderen Euro-Länder wird es vor allem für Italien sehr schwer.

Zwar hat die Europäische Zentralbank (EZB) durch ihr neues Notprogramm, das weitere massive Anleihekäufe beinhaltet, eine Panik bei italienischen Staatsanleihen verhindert. Nachdem ihre Renditen Anfang März deutlich gestiegen waren, fielen sie nach Interventionen der EZB und der Ankündigung ihres Notprogramms wieder. Doch für die Glaubwürdigkeit der EZB ist es wichtig, dass sich die Euro-Länder untereinander auf eine Lastenteilung einigen. Dies wäre nicht nur ein Zeichen an die Märkte, sondern auch an die italienische Bevölkerung.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Sollte dies nicht gelingen, besteht die Gefahr, dass radikale Kräfte wie der italienische Rechtspopulist Matteo Salvini profitieren. Schon in der Vergangenheit hat er, als er an der Regierung beteiligt war, massiven Schaden angerichtet. In der derzeitigen historischen Krise aber wäre Aufwind für die Rechtspopulisten und eine mögliche weitere Regierungsbeteiligung noch viel fataler.

    Umso wichtiger ist, dass die EU-Regierungschefs bald eine Lösung finden, wie sie vor allem Italien stärker helfen. Am besten schon auf dem Gipfeltreffen am 23. April. Davon würden dann auch die italienischen Staatsanleihen profitieren.

    Mehr: Italien verlängert Lockdown bis zum 3. Mai.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Italienische Staatsanleihen werden anfällig bleiben
    0 Kommentare zu "Kommentar: Italienische Staatsanleihen werden anfällig bleiben"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%