Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Italiens Regierung schürt beim Coronavirus unnötig Panik

Die Kommunikation der Regierung in Rom hilft derzeit wenig. Ministerpräsident Conte reagiert nur, statt zu handeln – und löst vor allem Angst aus.
08.03.2020 - 16:44 Uhr Kommentieren
Viele Italiener fürchteten, der Zugverkehr würde eingestellt werden. Quelle: AP
Hauptbahnhof Mailand

Viele Italiener fürchteten, der Zugverkehr würde eingestellt werden.

(Foto: AP)

Vor ein paar Tagen ging es um die Entscheidung, die Schulen zu schließen. Schon Stunden bevor die offizielle Mitteilung der Regierung kam, verbreitete sich die Meldung im Netz und auf den Onlineportalen. Die meisten Details waren dazu noch falsch.

Jetzt wurden in der Nacht zum Sonntag Entwürfe des Regierungsdekrets unter der Hand an die Medien gegeben, mit dem die Bewegungsfreiheit der Menschen im Norden eingeschränkt wird. Als noch an dem Dekret gearbeitet wurde, unter anderem auch wegen der Einwände der Unternehmensvertreter gegen zu drastische Maßnahmen, brachten schon alle Portale die Details – von denen am Ende wieder einige falsch waren.

Beide Male war Panik die Folge. So stürmten in der Nacht viele Süditaliener den Bahnhof von Mailand, um schnell vor dem Inkrafttreten des Dekrets aus der Lombardei zu verschwinden. Dabei läuft der Zugverkehr völlig normal. Italien leidet unter dem Ausbruch des Coronavirus ökonomisch wie psychologisch.

Jeder muss mit einschneidenden Konsequenzen klarkommen, ob in der Arbeitswelt oder im privaten Bereich. Da sind Leaks, Fakes und Gerüchte Gift für die Psyche. Von Tag zu Tag breitet sich die Angst weiter aus. Bald jeder kennt jemanden, der sich angesteckt hat.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Deshalb reicht es nicht, wenn Premier Conte die Verbreitung von nicht offiziellen Nachrichten „inakzeptabel“ findet und vor Konfusion warnt. Er ist dafür verantwortlich, dass die Kommunikation in Krisenzeiten verlässlich ist und dass keine Informationen aus dem Regierungssitz dringen, bis sie nicht offiziell sind. So läuft es etwa vorbildlich beim Zivilschutz, der die Zahl der Infizierten täglich mitteilt.

    Doch Conte reagiert, statt zu handeln – deshalb die Pressekonferenz zu nachtschlafender Zeit. Dahinter steckt das Dilemma einer schwachen Koalition zweier unterschiedlicher Kräfte, die nur mit Not zusammenhält. Und in der einer der beiden Partner weiterhin auf populistische Propaganda setzt. Dem müsste Conte entgegentreten.

    Mehr: „Nationaler Notstand“ – Im Norden Italiens werden Regionen mit 16 Millionen Einwohnern abgeriegelt.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Italiens Regierung schürt beim Coronavirus unnötig Panik
    0 Kommentare zu "Kommentar: Italiens Regierung schürt beim Coronavirus unnötig Panik"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%