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Kommentar Japans hohe Schulden werden in der Coronakrise zum Verhängnis

Japans Wirtschaft schrumpft so stark wie nie. Es dürfte schwierig werden, das ohnehin schon angeschlagene Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.
17.08.2020 - 15:13 Uhr Kommentieren
Pessimismus überwiegt in der Bevölkerung. Quelle: AP
Bürger laufen durch die japanische Hauptstadt

Pessimismus überwiegt in der Bevölkerung.

(Foto: AP)

Tokio Die vierteljährlichen Wachstumszahlen sind erschreckend. Im vergangenen Quartal sackte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Japan 7,8 Prozent unter den Wert des ersten Quartals. Ein Nachkriegsrekord. Auf Jahressicht fallen die Zahlen noch düsterer aus: Hier beträgt das Minus laut der ersten BIP-Schätzung der Regierung 9,9 Prozent.

Japan steht damit zwar noch besser da als viele andere westliche Länder, die ihre Volkswirtschaft wegen der Pandemie weit mehr drosselten. Die Regierung konnte durch eine relativ gute Kontrolle des Virus einen kompletten Stillstand der Wirtschaft vermeiden.

Trotzdem steckt das Land in einer Misere: Das Coronavirus potenziert die ohnehin schon spürbaren Folgen von Japans hoher Verschuldung von 240 Prozent der Wirtschaftsleistung. Dies wird unter anderem beim Blick auf die Nachbarn deutlich, die weit weniger verschuldet sind. In China, dem Epizentrum der Pandemie, konnte das Virus zunächst eingedämmt werden, und die Wirtschaft wuchs sogar um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Südkoreas Wirtschaftsleistung schrumpfte nur um 3,3 Prozent.

Anders als viele andere Nationen ging Japan fiskalpolitisch bedingt schon mit einem satten Minus in die Krise. Nachdem die Regierung im Oktober 2019 zur Stabilisierung der Staatsfinanzen die Mehrwertsteuer von acht auf zehn Prozent angehoben hatte, brach der Konsum und damit die Wirtschaft schon Ende vergangenen Jahres tiefer ein als erwartet. Die Nachwehen dieser fiskalpolitischen Entmutigung schwächen das Verbrauchervertrauen nun zusätzlich.

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    Zwar hatte die japanische Regierung ein Hilfspaket in Höhe von 40 Prozent der Wirtschaftsleistung angekündigt und pro Kopf ein Handgeld von 800 Euro versprochen. Dennoch gaben die Japaner im vergangenen Quartal unglaubliche 14,2 Prozent weniger aus als ein Jahr zuvor, exklusive der Mieten.

    Dass der wirtschaftspolitische Funke den Konsummotor nicht anspringen lässt, dürfte am pandemischen Pessimismus der Japaner liegen. Die Stimmung in Japan ist deutlich schlechter als in den USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich oder Schweden, zeigte eine Umfrage der internationalen Medienagentur Kekst CNC.

    38 Prozent der Japaner haben demnach Angst vor einem Jobverlust. Das mag übertrieben klingen, dürfte aber einer seelischen Grundstimmung geschuldet sein. Die Verdopplung der Mehrwertsteuer in nur vier Jahren hat den Japanern bereits gezeigt, dass die Finanzierung des immer höheren Schuldenturms selbst ohne Schuldenkrise letztlich zulasten ihrer Einkommen geht. Daher mögen die durch eine noch höhere Neuverschuldung finanzierten Corona-Programme Unternehmen und Jobs retten, nicht aber das Vertrauen der Japaner in eine blühende Zukunft wiederherstellen.

    Mehr: Eine „Japanisierung“ der Weltwirtschaft muss mit allen Mitteln verhindert werden.

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