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Kommentar Jede Antwort auf die Coronakrise muss eine Antwort auf die Klimakrise sein

Der Klimaschutzbericht zeigt: Der Klimapolitik der Bundesregierung fehlt nach wie vor die Weitsicht. Trotz sinkender Emissionen gibt es keinen Grund für Entwarnung.
19.08.2020 - 18:56 Uhr Kommentieren
Die Emissionen in Deutschland sind laut Klimaschutzbericht zuletzt gesunken. Quelle: dpa
Sonnenaufgang am Kohlekraftwerk Hohenhameln

Die Emissionen in Deutschland sind laut Klimaschutzbericht zuletzt gesunken.

(Foto: dpa)

Deutschland hat seinen Ausstoß an Emissionen im vergangenen Jahr deutlich gesenkt und könnte infolge der Coronakrise das Klimaschutzziel 2020 doch noch erreichen: nämlich 40 Prozent weniger klimaschädliche Treibhausgase im Vergleich zu 1990.

Was gut klingt, täuscht nicht darüber hinweg, dass es der Bundesregierung nach wie vor an klimapolitischer Weitsicht fehlt. „Deutschland ist beim Klimaschutz auf Kurs“, behauptet die Union allen Ernstes.

Auch die SPD meint, die richtigen Lehren aus den Versäumnissen der Vergangenheit gezogen zu haben. Tatsächlich konnte der Ausstoß an Treibhausgasen zwischen 1990 und 2019 um 35,7 Prozent reduziert werden.

Da stehen die Chancen gut, dass Deutschland in diesem Jahr die restlichen 4,3 Prozentpunkte auch noch schaffen wird. Allerdings vor allem aufgrund der Coronakrise, die viele Unternehmen in den Lockdown gezwungen und der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands einen herben Schlag versetzt hat. Wer will stolz darauf sein, auf diese Weise CO2-Emissionen einzusparen?

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    Auf Kurs sind allenfalls die Emissionen in der Energiewirtschaft und der Industrie. Hier hat der europäische Emissionshandel einen wesentlichen Anteil an der Minderung der Emissionen gehabt – was dafür spricht, ihn so schnell wie möglich auf weitere Branchen auszudehnen. 

    Klimapolitische Ambitionen fehlen

    Auch die Emissionen in der Landwirtschaft zeigen eine fallende Tendenz. Ein Fiasko sind dagegen die erneut gestiegenen Emissionen im Verkehrs- und im Gebäudesektor. In keiner anderen Branche werden die fehlenden klimapolitischen Ambitionen der Regierung so offensichtlich wie in diesen beiden Sektoren. Die bisher ergriffenen Maßnahmen zeigen keine spürbare Wirkung, und Ideen für die Zukunft sind rar, von Visionen für eine umfassende Verkehrswende ganz zu schweigen.

    Die Bundesregierung müsste entschlossener handeln – zumal in einer Zeit, in der der dritte trockene Sommer hintereinander die Folgen der Klimaerwärmung auch in Deutschland für jedermann erlebbar macht. Derzeit laufen die Verhandlungen über eine Erhöhung des EU-Klimaziels – eine gute Gelegenheit für die Bundesregierung, während ihrer laufenden EU-Ratspräsidentschaft das Thema voranzutreiben und nicht zu blockieren.

    Erst am Mittwoch warnten Wissenschaftler davor, dass die menschengemachte Erwärmung des Planeten Produktion und Wohlstand weltweit voraussichtlich stärker beeinträchtigen werde als bisher beziffert. Dazu kommen geschädigte Ökosysteme, Flüchtlingsströme und die Wahrscheinlichkeit von gewaltsamen Konflikten. Jede Antwort auf die derzeitige wirtschaftliche Krise muss deswegen auch eine Antwort auf die Klimakrise sein.

    Mehr: Die Emissionen in Deutschland sinken – außer im Verkehrs- und im Gebäudesektor.

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