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Kommentar Jennifer Morgans Rücktritt ist ein Imagedesaster für SAP

Egal, woran die Doppelspitze bei SAP gescheitert ist: Dass die erste Dax-Chefin schon wieder abtritt, ist ein verheerendes Signal.
21.04.2020 - 18:25 Uhr Kommentieren
Die Doppelspitze bei SAP um Jennifer Morgan und Christian Klein ist gescheitert.
SAP

Die Doppelspitze bei SAP um Jennifer Morgan und Christian Klein ist gescheitert.

Deutschland hat Jahre, ach was Jahrzehnte, darauf gewartet, dass eine Frau an die Spitze eines Dax-Konzerns rückt. Immer wieder kursierten Namen von aussichtsreichen Kandidatinnen, dabei war es zweitrangig, wer es werden würde, auch in welchem Unternehmen. Es ging allein darum, zu zeigen: Auch bei uns kann es eine Frau nach ganz oben schaffen.

Der Dax ist der deutsche Leitindex, die im Dax gelisteten 30 Konzerne stehen im öffentlichen Interesse wie kaum andere. Auch wenn dort nur 3,5 Prozent aller Beschäftigten arbeiten. Ihre Chefs finden überall Gehör.

Und so war der 11. Oktober 2019 ein wichtiger Tag für die Deutschland AG. Mit der Berufung von Jennifer Morgan und Christian Klein als Co-CEOs ernannte der Aufsichtsrat von SAP nicht nur die erste Dax-Chefin, sondern bekannte sich auch zum eher seltenen – aber beim Softwarehersteller beliebten – Führungsmodell der Doppelspitze.

Es war ein in mehrfacher Hinsicht starkes Statement für Vielfalt: Eine Amerikanerin wird Co-Chefin eines in Deutschland gegründeten Technologiekonzerns, der inzwischen zu den wertvollsten des Landes zählt. Das Echo in der Öffentlichkeit war entsprechend. Teilweise grenzte es an Jubelarien auf Morgan, verbunden mit der Hoffnung auf weitere Beförderungen von Frauen auf Top-Positionen in der deutschen Wirtschaft.

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    Ein halbes Jahr später ist das alles Vergangenheit. Morgan verlässt SAP, und zwar schon bald. Aus, vorbei, Schluss. So groß die Euphorie bei ihrer Ernennung war, so groß ist nun die Ernüchterung. Und ja, auch die Enttäuschung über SAP und die obersten Ebenen.

    Denn die offizielle Begründung, in der Coronakrise brauche es „eindeutige Führungsverantwortung“ ist dünn. Dabei ist es letztlich egal, woran die Doppelspitze bei SAP gescheitert ist, oder von welcher Seite die Entscheidung ausgegangen ist.

    Fakt ist: Es hat nicht funktioniert, und der Kollateralschaden ist groß. Das Signal, dass die erste Dax-Chefin nach ein paar Monaten schon wieder abtritt, und der Mann bleibt, das ist verheerend.

    Dabei ist die Besetzung des CEO-Postens die wichtigste Personalie, die oft über Jahre geplant und vorbereitet wird. Da sollte man meinen, dass alles, was nach so kurzer Zeit zur Trennung führen kann, ob Ansichten über zentrale strategische Fragen oder Charakterzüge, im Vorfeld abgeklärt ist. Um so mehr bei einer Personalie mit solcher Außenwirkung wie die Berufung einer Frau zu ersten Dax-Chefin.

    Zumal SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner zum Amtsantritt von Morgan und Klein wissen ließ, beide seien „gründlich auf eine Führungsrolle an der Unternehmensspitze“ vorbereitet worden und „ergänzen sich perfekt“. Welche Beweggründe auch immer die Trennung ausgelöst haben, es ist fraglich, ob sie die fatale Wirkung rechtfertigen.

    Mehr: Nach wenigen Monaten ist die Doppelspitze zerbrochen: Jennifer Morgan verlässt SAP, Christian Klein führt den Konzern allein. Die Personalie wirft viele Fragen auf.

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