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Kommentar Joe Biden muss bei der Modernisierung der US-Infrastruktur die Cybersecurity mitdenken

Der Hackerangriff auf Colonial Pipeline zeigt, wie verwundbar die Infrastruktur der US-Unternehmen ist. Das Thema Cybersecurity wurde zu lange ignoriert.
11.05.2021 - 16:44 Uhr Kommentieren
Wenn die gesamte US-Ostküste kein Benzin mehr hat, sind auf einmal das FBI, das Innenministerium und das Weiße Haus zur Stelle. Quelle: AFP
US-Präsident Joe Biden

Wenn die gesamte US-Ostküste kein Benzin mehr hat, sind auf einmal das FBI, das Innenministerium und das Weiße Haus zur Stelle.

(Foto: AFP)

Kriminelle kaufen sich eine Software mit Bedienungsanleitung, mit der sie mal eben die Benzin-Versorgung der gesamten US-Ostküste lahmlegen, um Lösegeld zu fordern. Das klingt zunächst verrückt, ist aber bei der Cyberattacke auf den US-Pipelinebetreiber Colonial genauso passiert.

Der Hackerangriff zeigt einmal mehr, wie verwundbar die Infrastruktur der US-Unternehmen und somit des ganzen Landes ist.

Vor zwei Monaten war bekannt geworden, dass chinesische Hacker Microsofts beliebtes E-Mail-Programm gehackt hatten und in den Posteingang von Tausenden Nutzern eingedrungen waren. Zuvor hatten russische Hacker die Konten von 18.000 Kunden des texanischen Software-Unternehmens Solarwinds gehackt, darunter auch wichtige Regierungsbehörden.

Nach Angaben des US-Ministeriums für Heimatschutz hatte bereits im vergangenen Jahr ein Angriff mit sogenannter Ransomware einen Gaskonzern zwei Tage lang lahmgelegt, der auf Hackerattacken völlig unvorbereitet gewesen war.

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    US-Präsident Joe Biden hat recht, wenn er bei seinem geplanten Infrastrukturpaket nicht nur Straßen, Brücken und Flughäfen im Blick hat, sondern auch 5G-Masten, intelligente Stromnetze und E-Autos. Aber ihm muss auch klar sein, dass moderne Infrastruktur noch anfälliger für Hackerangriffe ist als Highways oder klassische Stromkabel.

    Moderne Infrastruktur bietet mehr Einfallstore für Hacker

    Heute muss keiner mehr Strommasten zerstören oder Pipelines in die Luft jagen, um die Infrastruktur anzugreifen. Mit Ransomware – einer Art „Lösegeld-Schadsoftware“ – lassen sich gleich ganze Netze lahmlegen. Egal ob Ladestationen für E-Autos, Treibstoff-Pipelines oder 5G-Mobilfunknetze – sie alle sind heutzutage mit Tausenden Sensoren, Routern und Minizentralen bestückt und vernetzt, die wiederum Einfallstore für Hacker sind.

    Wenn Biden die Infrastruktur der Vereinigten Staaten modernisieren will, dann muss auch die Cybersecurity verbessert werden. Der Angriff auf Colonial Pipeline war ein Weckruf.

    Die Infrastruktur der US-Unternehmen darf nicht vom Wohlwollen von digitalen Lösegeld-Erpressern abhängig sein. Quelle: Reuters
    Colonial Pipeline

    Die Infrastruktur der US-Unternehmen darf nicht vom Wohlwollen von digitalen Lösegeld-Erpressern abhängig sein.

    (Foto: Reuters)

    Ironischerweise hat sich Darkside – der osteuropäische Hersteller und Verkäufer der eingesetzten Erpressungs-Software – bereits im Darknet dafür entschuldigt, dass in diesem Fall seine Kunden das falsche Ziel ausgesucht hätten. Man wolle nur Geld machen, aber nicht der Gesellschaft schaden, hieß es dort.

    Tatsächlich treibt die Hersteller wohl weniger die Sorge um das Wohlergehen der Gesellschaft um als vielmehr die Angst, dass der jüngste Angriff eine Nummer zu groß war und dass ihr Unwesen nun stärker in den Fokus rückt, als ihnen lieb ist.

    Wenn einzelne kleine Versorger angegriffen werden und zwei Tage später still und heimlich Lösegeld zahlen, merkt das niemand. Wenn die gesamte US-Ostküste kein Benzin mehr hat, sind auf einmal das FBI, das Innenministerium und das Weiße Haus zur Stelle.

    Wahrscheinlich geht das Ganze diesmal noch glimpflich aus. Doch für die Zukunft steht fest: Die Infrastruktur der US-Unternehmen darf nicht vom Wohlwollen von digitalen Lösegeld-Erpressern abhängig sein. Cybersecurity ist auf allen Ebenen gefragt: von den Unternehmen bis hin zu den Entscheidungsträgern in Washington.

    Mehr: Ölpipeline nach Cyberattacke weiter lahmgelegt – Versorgungsengpässe drohen.

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