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Kommentar Johnson setzt auf Entertainment statt auf Fakten

Boris Johnson gefällt sich als politischer Entertainer und vergleicht sich mit dem unglaublichen Hulk. Für einen geordneten Brexit wird das kaum reichen.
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Der britische Premier versteht sich nicht auf Fakten, sondern auf politisches Entertainment. Quelle: Reuters
Boris Johnson

Der britische Premier versteht sich nicht auf Fakten, sondern auf politisches Entertainment.

(Foto: Reuters)

Boris Johnson muss zumindest so tun, als ob er sich um einen geordneten Brexit bemüht. Entsprechend tourt der britische Premierminister auf dem Kontinent durch die Regierungszentralen, schüttelt Hände, lächelt in Kameras und klopft flotte Sprüche.

Der Einsatz ist mehr als ursprünglich angekündigt: Nach seinem Einzug in die Downing Street Number 10 hatte Johnson erst einmal jegliche Treffen mit Chefs der EU-27 verweigert, wenn die seinem Brexit-Plan nicht zustimmen würden. Doch die Chefs der anderen EU-Staaten dachten gar nicht daran.

Da sich die viel größere EU nicht von dem vergleichsweise kleinen Großbritannien erpressen lässt, muss Johnson notgedrungen doch den Kanal überqueren. Das Treffen mit Jean-Claude Juncker an diesem Montag in Luxemburg dürfte kein Vergnügen für den Briten gewesen sein.

Juncker und sein Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier setzten ihn mit detaillierten Fragen zur künftigen EU-Außengrenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitgliedstaat Irland unter Druck. Darauf war der Premierminister ganz offensichtlich nicht vorbereitet.

Johnson versteht sich nicht auf Fakten, sondern auf politisches Entertainment. Doch das reicht nicht, um die Briten vor dem ungeregelten Brexit mit all seinen chaotischen Folgen zu bewahren.

Dass ein Premierminister sein Land mit einer Comicfigur vergleicht, könnte man noch als einen, wenn auch nicht besonders intelligenten Witz abtun. Doch dass dieser britische Premier verkündet, lieber „im Straßengraben sterben“ zu wollen als ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz gegen den ungeordneten Brexit zu respektieren, lässt ernste Zweifel an seiner demokratischen Gesinnung aufkommen.

Mit so einem Tory-Mann an der Spitze fragt man sich, wann endlich die Stunde der Opposition schlägt. Johnson selbst hat es am Mittwoch aus dem Flugzeug heraus getwittert, was er verdient: „Hier ist euer Kapitän. Over and out.“

Mehr: Großbritannien läuft die Zeit davon. Doch der Premierminister arbeitet offenbar an einer Brexit-Lösung – und will die in zehn Tagen durchs Unterhaus bringen.

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