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Kommentar Johnsons Handelsdeal mit Kanada sichert nur den Status quo

Der britische Premier feiert das Freihandelsabkommen mit Kanada als großen Erfolg. Dabei ist es vor allem eine aufwendige Art, auf der Stelle zu treten.
22.11.2020 - 14:30 Uhr Kommentieren
Der britische und der kanadische Premier (hier beim G7-Gipfel im August 2019) haben am Samstag in einer Videoschalte ein Handelsabkommen vereinbart. Quelle: dpa
Boris Johnson und Justin Trudeau

Der britische und der kanadische Premier (hier beim G7-Gipfel im August 2019) haben am Samstag in einer Videoschalte ein Handelsabkommen vereinbart.

(Foto: dpa)

Großbritannien und Kanada haben einen Freihandelsvertrag vereinbart, der die Vorteile des Ceta-Abkommens zwischen der EU und Kanada fortschreibt. Damit ist sichergestellt, dass das Königreich nach dem Brexit am Jahresende weiter zu den gleichen Konditionen handeln kann.

Auf den ersten Blick ist der Deal ein Erfolg für den britischen Premierminister Boris Johnson, denn es hatte Zweifel gegeben, ob Kanada den Briten die gleichen Bedingungen gewähren würde wie der größeren EU. Allerdings ist das Abkommen nur ein Provisorium, um einen Bruch am Brexit-Tag zu vermeiden. Erst im kommenden Jahr soll ein langfristiger Vertrag verhandelt werden. Dann wird sich herausstellen, wie groß die britische Verhandlungsmacht tatsächlich ist.

Großbritannien betreibt derzeit eine Aufholjagd: Bis zum Jahresende will die Regierung sämtliche Handelsabkommen bilateral neu aufsetzen, die das Land bisher als EU-Mitglied hatte. 53 Verträge wurden bereits vereinbart, mehr als ein Dutzend fehlen noch.

Die britische Handelsministerin Liz Truss verkauft jeden neuen Vertrag als großen Durchbruch und Beweis dafür, dass Großbritannien auch im Alleingang in der Welt prosperieren kann. Doch sichern alle diese Abkommen nur den Status quo. Sollte es gelingen, alle EU-Abmachungen mit Drittländern bis zum Jahresende neu zu verhandeln, stünde Großbritannien nicht schlechter da als vorher, aber auch nicht besser. Es ist eine aufwendige Art und Weise, auf der Stelle zu treten.

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    Die Regierung preist die beiden jüngsten Abkommen mit Japan und Kanada auch als strategische Schritte, um mittelfristig der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) beizutreten. Großbritannien werde zum „weltweit führenden Drehkreuz für Dienstleistungen, Daten und Digitalisierung“, sagt Truss. Man werde eine „Koalition der Willigen“ zur Verteidigung des Freihandels anführen.

    Johnson wird sich bewegen müssen

    Das ist in der Welt des Protektionismus eine begrüßenswerte Mission. Ironischerweise hat Großbritannien die Dienstleistungen aus den Brexit-Verhandlungen mit der EU jedoch weitgehend ausgeklammert – sehr zum Leidwesen der britischen Finanzfirmen. Der Grund: Johnson wollte größtmögliche Unabhängigkeit von der EU.

    Sollte er auch künftig die britische Souveränität über alles stellen, werden seine Handelsvorstöße schnell an Grenzen stoßen. Wenn er mit den großen Wirtschaftsblöcken USA, China oder der EU ins Geschäft kommen will, wird er sich stärker nach ihnen richten müssen.

    Mehr: Großbritannien unterschreibt Handelsabkommen mit Kanada.

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