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Kommentar Junge Menschen sollten bei nachhaltiger Geldanlage kritisch sein

Wenn Banken plötzlich „grün“ werden wollen, erkennen sie schnell junge Menschen als Zielgruppe. Zu einfach sollte man es ihnen aber nicht machen.
15.10.2020 - 18:51 Uhr Kommentieren
Viele Finanzprodukte, die als grün angepriesen werden, sind das nicht. Quelle: dpa
Nachhaltigkeit

Viele Finanzprodukte, die als grün angepriesen werden, sind das nicht.

(Foto: dpa)

Stellen Sie sich eine Bank vor, die bisher keinen gesteigerten Wert auf Nachhaltigkeit gelegt hat. Nun ändert diese ihren Ansatz und wirbt plötzlich mit grünen Finanzprodukten. Fänden Sie einen solchen Sinneswandel glaubhaft? Viele jüngere Menschen urteilen: ja. Das ergibt eine neue Umfrage, die das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) am Donnerstag veröffentlicht hat.

Demnach sind unter den 16- bis 25-Jährigen 45 Prozent der Meinung, dass Banken und Investmentgesellschaften, die bisher noch keine ausgewiesenen nachhaltigen Anlagen angeboten haben, dennoch glaubhaft als Anbieter solcher Produkte auftreten können. Doch je älter eine Person ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie einer Bank den grünen Sinneswandel abnimmt: Unter denjenigen, die 66 oder älter sind, stimmen nur 24 Prozent zu.

Das ist nicht weiter verwunderlich: Man könnte annehmen, dass junge Menschen optimistischer in die Zukunft blicken. Eine aktuelle Studie der Europäischen Investitionsbank (EIB) ergibt, dass 67 Prozent der 15 bis 29-Jährigen in Europa überzeugt sind, dass ihr eigenes Handeln im Kampf gegen den Klimawandel Wirkung zeigt. Bei den über 30-Jährigen sind es nur noch 62 Prozent, über 65 gerade noch 53.

Die Konsequenz, die das DIA aus den eigenen Zahlen ableitet, ist fragwürdig. So erklärt ein Sprecher: „Es wird in den jüngeren Altersgruppen einfacher sein, mit nachhaltigen Anlageprodukten Aufmerksamkeit und Akzeptanz zu finden.“ Mit anderen Worten: „Banken, verkauft eure neuen Nachhaltigkeits-Produkte an die Jugend!“ An dieser Stelle sollte man wissen: Das DIA wurde von der Deutschen Bank gegründet, Fördermitglieder sind unter anderem der US- Vermögensverwalter Blackrock.

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    Jetzt entdeckt das DIA also junge Menschen als Zielgruppe. Doch viele Finanzprodukte, die als grün angepriesen werden, sind das nicht. Immer wieder warnen Verbraucherschützer vor dem sogenannten „Greenwashing“. Ein Vergleich der Kohle-Richtlinien von 400 Finanzakteuren zeigte beispielsweise erst im September, dass Banken hierzulande den Klimaschutz nicht besonders ernst nehmen – darunter auch die Deutsche Bank. Blackrock schnitt ebenfalls schlecht ab.

    Die junge Zielgruppe ist aber nicht naiv, sondern genauso kritisch wie andere Anleger. Auch das geht aus der EIB-Studie hervor. Der Anteil derer, die bereit sind, eine Firma oder Marke sogar zu boykottieren, die zum Klimawandel beiträgt, bleibt über alle Altersklassen gleich.

    Banken und Vermögensverwalter sollten es sich mit ihrer neuen Wunsch-Zielgruppe also nicht zu einfach machen. Für junge Menschen heißt das: Wenn Anlageberater jetzt vermehrt auf sie zukommen, um ihnen Nachhaltigkeitsprodukte zu verkaufen, sollten sie kritisch bleiben.

    Mehr: Hip und Grün - Unternehmen setzen verstärkt auf Nachhaltigkeit.

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