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Kommentar Källenius sollte kurzen Prozess mit dem Smart machen

Ola Källenius muss als neuer Konzernchef Altlasten seines Vorgängers abräumen. Ein Anfang wäre, der Produktion des Verlustbringers Smart ein Ende zu setzen.
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Fest steht bereits: Ab 2020 gibt es nur noch Elektro-Smarts zu kaufen. Quelle: AP
Smart Vision EQ

Fest steht bereits: Ab 2020 gibt es nur noch Elektro-Smarts zu kaufen.

(Foto: AP)

Wenn es den Kleinwagen Smart „nicht gäbe, müsste man ihn jetzt erfinden“, erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche seinen Aktionären schon 2008. Schließlich ist der 2,70 Meter kurze Winzling das sparsamste Modell des Mercedes-Herstellers und das ideale Auto für ökologisch denkende Städter.

Was damals stimmte, muss in unserer heutigen Zeit, in der Fahrzeughersteller wie Daimler strenge CO2-Vorgaben einhalten müssen und selbst Ölkonzerne wie Exxon-Mobil das Klimaabkommen von Paris unterstützen, doch umso mehr zutreffen, oder?

Leider verfängt diese Argumentation nicht. Was bringt ein Auto, das zwar ideal auf den Zeitgeist zugeschnitten ist und quer in Parklücken passt, aber kaum Käufer findet?

In 20 Jahren schaffte es Daimler mit dem Smart nicht ein einziges Mal, die ursprünglich avisierten 200.000 Einheiten pro Jahr abzusetzen, geschweige denn mit dem Winzling auch nur ein wenig Geld zu verdienen. Die jährlichen Verluste belaufen sich auf 500 bis 700 Millionen Euro, schätzt das Investmenthaus Evercore ISI.

Zetsche wagte es in seiner Amtszeit dennoch nicht, die chronisch defizitäre Marke zu beerdigen. Sein designierter Nachfolger, Daimler-Entwicklungschef Ola Källenius, täte gut daran, gleich zum Amtsantritt Ende Mai diese Altlast abzuräumen.

Smart-Chefin Katrin Adt, die erst seit einem halben Jahr im Amt ist, bemüht sich zwar redlich, ein tragfähiges Konzept für den Bonsai-Benz vorzulegen. Statt in Frankreich könnte die nächste Generation des Zweisitzers in China mit einem Partner wie Geely produziert werden. Um Wachstum zu generieren, soll zudem die Modellpalette verbreitert werden.

Fix ist schon jetzt, dass die Marke unter Strom gesetzt wird. Ab 2020 gibt es nur noch Elektro-Smarts zu kaufen. Ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist das freilich nicht.

Die Skaleneffekte bleiben absehbar gering, die Kosten dagegen vergleichsweise hoch. Im Auto-Einstiegssegment sind die Margen zudem per se dünn. Källenius sollte daher kurzen Prozess mit dem Smart machen. Daimler steht unter immensem Spardruck. Im vergangenen Jahr brach der Gewinn bei steigendem Absatz und Umsatz um fast 30 Prozent ein.

Das Renditeziel in der Kernsparte Mercedes-Benz Cars von mehr als acht Prozent ist bis 2021 außer Reichweite. Zu viele Milliarden verschlingen die Entwicklungsleistungen für Elektromobilität, autonomes Fahren und Mobilitätsdienste. Källenius ist gezwungen gegenzusteuern, damit sich die Kosten nicht ungebremst ausweiten. Um die Margen anzuheben, müssen Modelle und Motorenvarianten aussortiert werden. Fokussieren ist das Gebot der Stunde. Priorität hat, was sich rechnet. Der Smart kann weg.

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