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Kommentar Källenius startet den längst überfälligen Kehraus

Mehr Marge: Daimler-Chef Källenius will das überladene Modellportfolio komprimieren. Es ist eine Strategiekorrektur, die längst nötig gewesen wäre.
08.07.2020 - 09:52 Uhr 1 Kommentar
Der Daimler-Chef trimmt den Konzern auf Marge. Dazu muss er sich auch von unrentablen Modellen trennen. Quelle: dpa
Ola Källenius

Der Daimler-Chef trimmt den Konzern auf Marge. Dazu muss er sich auch von unrentablen Modellen trennen.

(Foto: dpa)

Während seiner 13 Jahre währenden Regentschaft bei Daimler hat der ehemalige Konzernchef Dieter Zetsche den Autobauer konsequent auf Mengenwachstum ausgerichtet. Durch eine beispiellose Modelloffensive gelang es ihm, schon 2016 mit der Kernmarke Mercedes die Oberklasserivalen Audi und BMW nach Absatz hinter sich zu lassen – vier Jahre früher als geplant.

Seither sitzt die Marke mit dem Stern unumstößlich auf dem Thron des führenden Premiumanbieters. Sogar in China sind die Stuttgarter 2019 erstmals an den beiden bayerischen Wettbewerbern vorbeigezogen. Bei all den Verkaufsrekorden haben die Schwaben aber in den vergangenen Jahren völlig die Kosten aus den Augen verloren. Die Modellpalette wurde auf mehr als 40 Pkws aufgebläht. Einige dieser Fabrikate unterscheiden sich kaum voneinander.

Und manche, wie GLA und B-Klasse, kannibalisieren sich regelrecht. Dass Zetsche-Nachfolger Ola Källenius nun einen Strategieschwenk vollzieht und zum Kehraus im Mercedes-Portfolio ansetzt, ist überfällig. Sein Mantra „Marge geht vor“ verdient breite Unterstützung im Konzern.

Denn Daimler steht am Kapitalmarkt gewaltig unter Druck. Auf der Hauptversammlung wird sich Källenius für das Horrorjahr 2019 mit mehreren Gewinnwarnungen rechtfertigen müssen. Die Aktie der Stuttgarter ist ein dauerhafter Underperformer im Dax. Will der Automobilkonzern seine Unabhängigkeit bewahren, kann das nicht so bleiben. Höhere Renditen als Schutzwall gegen etwaige Angriffe sind unabdingbar – fehlt doch ein helfender Ankeraktionär.

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    SUVs liegen vorn

    Källenius geht bei der Neuausrichtung des Portfolios ideologiefrei und technologieagnostisch ans Werk. Er sollte dieser Linie treu bleiben und wo nötig auch prominente Modelle ohne Nachfolger in Rente schicken – allen voran die B-Klasse. Das Segment der Minivans hat sich in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als halbiert. Wurden 2013 hierzulande noch mehr als 191.000 der „Sports Tourer“ verkauft, waren es 2019 nur noch 84.000.

    Im gleichen Zeitraum hat sich der Absatz von SUVs auf über 762.000 Einheiten mehr als verdreifacht. Der verstärkte Fokus auf SUVs und mitunter leicht aufgebockte Limousinen, den Källenius anstrebt, ergibt Sinn.

    Trotz aller Kritik ist die Nachfrage ungebrochen. Gerade in China, mit großem Abstand wichtigster Markt Daimlers, liegt der SUV-Anteil an den Neuwagenverkäufen bereits bei mehr als 45 Prozent. Die Bedeutung anderer Karosserieformen wie Minivans oder Cabrios erodiert. Angesichts solch einer Entwicklung sollte Källenius konsequent seinen Plan durchziehen und mäßig rentable Modelle aussortieren. Nostalgie kann sich Daimler gerade nicht leisten.

    Mehr: Daimlers strukturelle Schwächen rächen sich in der Coronakrise

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Källenius startet den längst überfälligen Kehraus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Blitz + Donner auf der digitalen HV von Daimler. Das war noch nie in Daimler's langen Firmengeschichte da,
      namlich die Frage, die Susanne Preuß -FAZ- während der HV über den Ticker jagte: " Ist Daimler ein Sanierungsfall?" Die Neue Züricher Zeitung hatte bereits 4 Minuten vor der FAZ-Journalistin nämlich um 11.11Uhr berichtet, dass "Daimler in Rekordzeit in die Krise schlittert."

      Källenius hatte Vorschub geleistet: "Er erwarte für das zweite Quartal einen Verlust und einen negativen
      Free-Cash-Flow im Industriegeschäft" und hätte vollenden können: "Wie sollen wir denn unseren Schulden-
      berg 2019 brutto 240 Mrd.Euro tilgen?" aber der Journalist vollendete so: " sprich: "Jeden Tag schmilzt das
      Polster, das der Konzern in guten Zeiten aufgebaut hat." Noch sind über 60 Mrd.Euro Eigenkapital in der
      Konzernbilanz 2019 vorhanden...

      Källenius holperte hinterher: "Bedrohlich sei das nicht und rühmte sich zum X-ten Male über die
      zwölf Milliarden-Euro-Kreditlinie und pustete noch zusätzlich Mut für die Aktionscrew
      ins Mikrofon:"Wir sind selbstständig handlungsfähig, betonte er und der Dividendenvorschlag von 90 Cent
      pro Aktie musste dafür herhalten.

      Källenius, Daimlers CEO sollte aufpassen, dass er nicht in die Fußstapfen des Sozius von Thomas Budden-
      brook treten muss. Diesem blieb nichts anderes übrig, als eine Stearinkerze auf seinen Pult zu stellen, um
      die Liquidität in der Firmenkasse sichtbar zu machen."

      Und ein Blick nach Wolfsburg "schockte" wahrscheinlich noch zusätzlich: Ihr ehemaliger Vorstandskollege
      Andreas Rentschler wurde mit viel Lob verabschiedet, d.h. in der Sprache des Managements:
      "Er ist gegangen worden." Källenius darf jetzt den Beweis antreten, dass Ankündigungen vor einer
      IG-Metall Crew über Liquidität die Kapitalmärkte nicht beruhigt. Dafür aber das Downgrading der
      Agentur FITCH für Daimler dort beunruhigt, wo geschrieben steht warum? Eben deshalb," weil sich die
      Finanzstruktur des Daimler-Konzerns verschlechtert hat."

      Kurt Huppenbauer

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