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Kommentar Kanzlerkandidaten Nahles und Scholz: Die irreale Welt der SPD

Die Sozialdemokraten haben jetzt mit Nahles und Scholz schon zwei Kanzlerkandidaten – und das fast drei Jahre vor der regulären Bundestagswahl.  
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Andrea Nahles (r), SPD-Parteichefin und Bundestagsfraktionsvorsitzende, spiegelt sich beim Besuch der Wartburg im Glas einer Vitrine. Nahles hat nach kritischen Bemerkungen von Altkanzler Gerhard Schröder erklärt, sie traue sich das Kanzleramt durchaus zu. Quelle: dpa
Andrea Nahles

Andrea Nahles (r), SPD-Parteichefin und Bundestagsfraktionsvorsitzende, spiegelt sich beim Besuch der Wartburg im Glas einer Vitrine. Nahles hat nach kritischen Bemerkungen von Altkanzler Gerhard Schröder erklärt, sie traue sich das Kanzleramt durchaus zu.

(Foto: dpa)

Die SPD hat jetzt zwei Kanzlerkandidaten. Nach Finanzminister Olaf Scholz meldet auch die Parteivorsitzende Andrea Nahles Ansprüche an. Die übliche Sprachregelung, dass der oder dem Parteivorsitzenden immer der erste Zugriff auf das Amt zusteht, hat sie nicht gewählt.

Nahles erklärt im Endeffekt wie die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, dass sie sich das Amt zutraue, sonst stünde sie ja nicht an der Spitze der Sozialdemokraten. Olaf Scholz wiederum untermauerte seinen Anspruch mit dem Amt des Vizekanzlers.

Willkommen in der irrealen Welt der SPD. Die Partei wird derzeit in den Umfragen zwischen 14 und 16 Prozent taxiert und die Führungscrew macht sich vor allem Gedanken, wer ins Kanzleramt einziehen soll.

Bei Nahles ist es eigentlich reine Notwehr. Die Niedersachsen um Gerhard Schröder, Sigmar Gabriel und Boris Pistorius versuchen, sie sturmreif zu schießen.

Hinter vorgehaltener Hand gehen viele von folgendem Szenario aus: Wenn die Europawahl schief läuft, war es das mit Nahles. So ist es auch zu erklären, dass Anfang des Jahres Scholz wie aus heiterem Himmel seine Ambitionen öffentlich machte. Offenbar wollen alle Konkurrenten in der SPD gewappnet sein, falls Nahles stürzt.

Doch die Parteivorsitzende will nicht freiwillig die Waffen strecken und kämpft. Sie will die SPD nach links rücken und die klaffende Wunde, die es bei der SPD wegen der Hartz-IV-Reformen immer noch gibt, stillen. Es war auch kein Zufall, dass Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil die Grundrente einführen will.  Es soll auch das sozialpolitische Profil schärfen.

Aber die aus SPD-Sicht vielleicht klugen Vorschläge werden überdeckt durch die Personaldebatten. Altkanzler Schröder verteilt Kopfnoten und bezeichnet seine Intim-Feindin Nahles als amateurhaft. Ex-Außenminister Gabriel belässt es bei einem subtilen Seitenhieb gegen sie.

Auffallend ruhig verhält sich Martin Schulz, der letzte Kanzlerkandidat der SPD. Der steckt zwar den Kopf mit Gabriel zusammen und dementiert eventuelle Putschgerüchte nicht. Ein Comeback von Gabriel und Schulz ist bei einer Partei die so in Aufruhr ist, eben nicht auszuschließen.

Die CDU schaut mit wachsender Besorgnis auf ihren Koalitionspartner. Die Parteistrategen spielen schon alle möglichen Szenarien nach der Europawahl durch. Das Worst-Case-Szenario ist, dass Nahles fällt und die SPD aus der Koalition austritt. Auch wird schon darüber diskutiert, wie man der CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer den Kanzlerinnenbonus verschafft.

Da gehen die Meinungen der Strategen auseinander. Während die einen sagen, die SPD werde niemals aus der Koalition aussteigen, sagen andere, dass die SPD nur Angela Merkel als Kanzlerin akzeptieren wird.

Noch ist seit Regierungsbeginn kein Jahr vergangen, da befindet sich die Große Koalition erneut in heller Aufregung. Deutschland tut das nicht gut.              

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2 Kommentare zu "Kommentar: Kanzlerkandidaten Nahles und Scholz: Die irreale Welt der SPD"

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  • Hallo Kottan - "Die Partei" hat immer Recht! + bei der nächsten Wahl 99% Aber die Realsatire ist eben unschlagbar ... Der Scholzomat war gestern noch Hiob heute Samariter // Wen der als Berater hat? Da geht er gegen Schwarzarbeit vor, weil das ja so ungerecht sei - die prekären Arbeitsverhältnisse + wenn die keine Steuern zahlen .. hat er ja ein Loch in der Tasche .. und die Medienoffensive von Habeck hat gerade Karnevalsauszeit?

  • Die Situation zu den nächsten Wahlen: Die SPD kann ich nicht mehr wählen,ich werde die Stimme doch nicht wegwerfen.. Die CDU will ich nicht wählen. Die FDP .. Hotelbesitzer bin ich nicht. AFD geht gar nicht. Die CSU - das ginge schon mal, darf ich aber nicht (weil ich nicht zu den Bayern gehöre)..Grüne - ginge schon, wenn sie mir nicht das fahren verbieten wollen. Aber wählen werde ich, bestimmt. Da gibt es doch so Satire-Kandidaten.

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