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Kommentar Keine Angst vor Inflation!

Notenbanken und Regierungen reagieren auf Corona mit einem Finanzmanöver wie nach einem Krieg. Aber die Preise muss das nicht treiben.
15.09.2020 - 19:00 Uhr Kommentieren
Ist Inflation auf alle Zeiten unmöglich geworden ist? Nein. Aber sie ist weit außer Sicht. Quelle: dpa
Elektronisches Preisschild

Ist Inflation auf alle Zeiten unmöglich geworden ist? Nein. Aber sie ist weit außer Sicht.

(Foto: dpa)

Die Deutschen fürchten nichts so sehr wie die Inflation – abgesehen von US-Präsident Donald Trump. Das ergab neulich eine Umfrage der RUV-Versicherung. Überraschend ist das nicht. Milliardenschwere Staatsausgaben, milliardenschwere Staatschulden, milliardenschwere Aufkäufe dieser Schulden durch die Notenbanken: Wo soll das enden? Das ganze Verfahren erinnert an Münchhausen, der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zog. Kein Wunder, dass sich Ängste aufbauen und der Eindruck entsteht, hier könne irgendetwas nicht stimmen.

Richtig ist: Das heutige weltweite Finanzmanöver zur Eindämmung der Folgen der Corona-Pandemie ist beispiellos – zumindest, wenn man von Kriegszeiten absieht. Und Kriege wurden ja – gerade in Deutschland – manchmal mit Inflation nachträglich finanziert.

Trotzdem: Bis auf Weiteres leidet die Welt vor allem unter fehlender Nachfrage. Staatliche Hilfspakete mildern das zwar ab, aber sie verkehren es nicht ins Gegenteil. Anders als nach einem Krieg sind die Angebotskapazitäten weitgehend intakt, auch wenn es in einzelnen Fällen zu Problemen in international weitverzweigten Lieferketten gekommen ist. Es gibt zu viel Kapazität, nicht zu wenig. Und dann kommt die Formel zum Tragen: wenig Nachfrage + hohes Angebot = niedrige Preise.

Auffällig ist auch: Die Notenbanken reagieren relativ verhalten darauf, dass die Inflation deutlich unter ihrem Ziel von rund zwei Prozent liegt. Die US-Notenbank Fed hat zwar eine neue Strategie angekündigt, nach der sie eine höhere Inflation als bisher tolerieren will.

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    Von einer höheren Inflation ist sie jedoch weit entfernt. Und überhaupt hat die Notenbank noch keine zusätzlichen Instrumente benannt, wie sie ihr Ziel erreichen will. Möglicherweise gibt es dazu nach der Fed-Sitzung an diesem Mittwoch mehr Details. Die Ökonomen jedenfalls erwarten nicht allzu viel.

    Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wiederum am vergangenen Donnerstag die sehr schwache Inflation im Euro-Raum eher heruntergespielt, nach Meinung mancher Experten sogar zu sehr. Hier ist also auch kein weiterer Aktivismus zu erwarten, der über die akute Hilfe in der Corona-Pandemie hinausgeht – was zugegebenermaßen ein großes Paket ist.

    Ist Inflation auf alle Zeiten unmöglich geworden ist? Nein. Aber sie ist so weit außer Sicht, dass Anleger sich nicht allzu sehr davon beirren lassen sollten.

    Mehr: Welche Themen für die EZB wichtig sind – und welche nicht, kommentiert Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe

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