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Kommentar Keine Entwarnung bei Lebensversicherungen: Der Zustand der Branche bleibt kritisch

Die großen Lebensversicherer halten an der Höhe der laufenden Verzinsung fest. Doch das sind nur imagebildende Maßnahmen.
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Noch immer liegen 86 Prozent der Kundengelder von Lebenspolicen in festverzinslichen Wertpapieren. Quelle: dpa
Lebensversicherung

Noch immer liegen 86 Prozent der Kundengelder von Lebenspolicen in festverzinslichen Wertpapieren.

(Foto: dpa)

Sieben deutsche Lebensversicherer haben sich mittlerweile geäußert, was sie ihren Kunden im kommenden Jahr an laufender Verzinsung bieten wollen – am Montag kam unter anderem Branchenführer Allianz hinzu.

Sechs davon lassen diese Maßgröße, die sich aus dem garantierten Zins und der vom Anlageerfolg abhängigen Überschussbeteiligung zusammensetzt, unverändert. Die kleine Berliner Ideal Versicherung erhöht sogar gegenüber dem laufenden Jahr.

Für die Anleger sind das ermutigende Zeichen. Mussten sie sich doch in den vergangenen Jahren daran gewöhnen, dass ihr liebstes Vorsorgeprodukt über Jahre hinweg immer weniger Rendite abwarf.

Die Konsequenz waren rückläufige Neuabschlüsse. Vielen erschien das Traditionsprodukt Lebensversicherung schlicht zu unattraktiv.

Inzwischen ist aber zumindest in den USA die Zinswende da. Und auch die gesetzlichen Vorschriften wurden gelockert. In die ungeliebte Zinszusatzreserve, eine Art Deckungsstock für Verpflichtungen der Branche, muss nur noch ein Bruchteil früherer Jahre zurückgelegt werden.

Trotz der ermutigenden Signale ist der Zustand der Branche weiter kritisch. Viele Anbieter leiden noch immer unter den hohen Verpflichtungen, die sie zu Zeiten höherer Zinsen in früheren Jahren eingegangen sind.

Weil Geld aus langfristigen Verpflichtungen nur langfristig angelegt werden darf, liegen laut Branchenverband GDV noch immer 86 Prozent der Kundengelder in festverzinslichen Wertpapieren.

Da hilft es wenig, dass viele Assekuranzen nun einen Teil in Anlageklassen wie Aktien, Immobilien oder Beteiligungen umschichten. In der Branche wird gar gemunkelt, mancher Anbieter scheue inzwischen das Neugeschäft, um nicht noch mehr Risiken auf sich zu nehmen. Indizien sind schlechte Konditionen und ein defensiver Marktauftritt.

Mit den Meldungen zur laufenden Verzinsung betreibt die Branche derzeit imagebildende Maßnahmen nach außen. Innerhalb sieht es schlechter aus.

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