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Kommentar Kevin Kühnert würde Trabis vom Band laufen lassen

Der Juso-Chef will Großkonzerne wie BMW kollektivieren. Diese besorgniserregende Haltung gegenüber der Wirtschaft folgt einem schleichenden Trend in Deutschland.
14 Kommentare
Kevin Kühnert: Juso-Chef würde Trabis vom Band laufen lassen Quelle: dpa
Kevin Kühnert

Der Juso-Chef sagte, ohne Kollektivierung sei „eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar“.

(Foto: dpa)

Juso-Chef Kevin Kühnert hat die Kollektivierung von Großunternehmen wie BMW gefordert. Man könnte solch eine Forderung als Spinnerei eines Vorsitzenden der Jungsozialisten abtun, der in die Schlagzeilen kommen wollte und das auch erreicht hat. Ginge es aber nach Kühnert, so würden bei dem Autobauer in München bald keine BMWs mehr, sondern Trabis vom Band laufen, auf die wir dann auch noch 20 Jahre warten müssten.

Doch die Rolle rückwärts in den Sozialismus ist längst kein Einzelfall mehr. In der deutschen Politik macht sich der Irrglaube breit, der Staat könne alles besser regeln. In Berlin demonstrierten am 1. Mai wieder Tausende für die Enteignung deutscher Wohnungskonzerne. Auch der Grünen-Politiker Robert Habeck könne sich das durchaus vorstellen.

Dabei zählt der Schutz des Privateigentums in allen Staatskonzeptionen, und seien sie noch so minimalistisch, zum absoluten Kern der öffentlichen Aufgaben. Die Feinde des Privateigentums wollen diese Grundfeste der Demokratie ins Wanken bringen. Das beunruhigt die Bürger zu Recht.

Wenn sich die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles also fragt, warum die Sozialdemokratie seit Jahren an Schwindsucht leidet, dann gibt es nur eine Antwort: Es liegt an solchen Debatten wie sie die Kühnerts dieses Landes vom Zaun brechen. Nahles sollte die Debatte also schnellstmöglich stoppen.

Doch es geht noch weiter. Auch im Europa-Wahlkampf der SPD schleicht sich eine Anti-Wirtschaftsstimmung ein, die keinem etwas bringt. Das Europa der Bürger gegen ein Europa der Wirtschaft in Stellung zu bringen ist eine fatale Entscheidung. Nur gemeinsam gelingt es, Europa besser zu machen. Alles andere nutzt nur den eigentlichen Gegnern der Demokratie etwas: den Rechtspopulisten.

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14 Kommentare zu "Kommentar: Kevin Kühnert würde Trabis vom Band laufen lassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Helmut Metz
    02.05.2019, 14:48 Uhr

    "Es gibt bekanntlich nur drei Wege, das Dasein zu fristen:
    1) ARBEITEN
    2) BETTELN und
    3) RAUBEN
    4) und das ganz besonders in D: E R B E N
    5) Steuertricksereien
    6) Schweigegeld
    und und und
    merken Sie, wie beschränkt Sie sind?

  • Ich weiß nicht, Herr Sigmund. Mit diesem Kommentar sind Sie meiner Meinung nach deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Man muss die Positionen von Herrn Kühnert sicherlich nicht teilen. Etwas mehr sachliche Distanz wäre meiner Meinung dennoch angebracht. Das Bild der Trabi produzierenden BMW-Mitarbeiter ist schlicht deplatziert.
    Und ich glaube auch, dass die SPD mit solchen Diskussionen ihre Kernwählerschaft eher erreicht als mit staatlich orchestrierten Fusionsgesprächen von Großbanken. Frau Nahles wäre schlecht beraten, dieses Debatte jetzt zu stoppen.

  • Und Eigentum verpflichtet.
    Wenn die (Grund)-Eigentümer dem Gemeinwohl nicht mehr dienen, sehe ich eine Enteignung als leztes Mittel gerechtfertigt.
    Aus meiner Sicht hat der Aufschwung eben nicht alle migenommen und zu steigenden Mieten in Ballungsräumen geführt, für die der "freie Markt" keine Antwort hat; gleiches gilt für Mobilfunk auf dem Land.....
    Im übrigen bin ich der Meinung, dass gegen Steuerhinterziehung härter vorgegangen warden muss.

  • Kühnert spricht vom Kapitalismus.
    In Deutschland gibt es die soziale Marktwirtschaft! Sehr hohe Steuern für Bürger und Unternehmen ermöglichen politische Projekte und unterstützen soziale internationale Projekte.
    Von Kapitalismus zu sprechen ist einfach nur unverschämt und falsch.
    Warum verzichtet Kühnert nicht auf die Annehmlichkeiten der Politiker wie z.B. Fahrdienste zum ökologischen und sozialem Wohl der Gesellschaft?

  • "Es gibt bekanntlich nur drei Wege, das Dasein zu fristen:
    1) ARBEITEN
    2) BETTELN und
    3) RAUBEN.
    Der Wohlfahrtsstaat kultiviert Variante 3 und erhebt sie zum quasimoralischen Standard. Die systematische Eigentumsverletzung durch Umverteilung macht die Bürger bestenfalls zu Schmarotzern, schlimmstenfalls zu Verbrechern." (Roland Baader)

    -> Sie dürfen also selber urteilen, ob ein neidbehafteter sozialistischer Umverteilungspolitiker wie Kevin Kühnert "nur" ein Schmarotzer ist oder vielmehr ein Verbrecher - und somit auch als ein solcher zu behandeln ist.

  • "Die Feinde des Privateigentums wollen diese Grundfeste der Demokratie ins Wanken bringen."
    Nur blöd, wenn die meisten Menschen gar kein Privateigentum besitzen. Was soll denn bitte Privateigentum mit Demokratie zu tun haben? Dieses "Power follows Property"-Denken zeugt von noch mehr Rückwärtsgewandtheit als die alten sozialistischen Denken.
    Im Übrigen übergehen Sie den Unterschied zwischen Vergesellschaftung und Verstaatlichung mit Ihrer absurden "bei BMW sollen bald Trabbis vom Band rollen" -Panikmache einfach mal schnell. Vergesellschaftung ist kein Teufelszeug. Genossenschaften oder arbeitnehmergeführte Unternehmen arbeiten heute schon sehr erfolgreich am Markt.

  • Noch was, liebe Firma von Holtzbrinck, das in Rede stehende Interview steckt leider hinter einer Bezahlschranke Ihrer Tochter Zeit.
    Wäre nett gewesen, sich inhaltlich mit demAufreger auseinandersetzen zu können.

    Also: 1 Abo für alle von Holtzbrinck-Medien wäre ja wohl praktisch. Ich mach denn mal die 4 Wochen Probe frei und melde mich später noch mal zu dem Vorgang.

  • Wann und wo hat der Herr Kühnert denn das mit den Trabis gefordert?
    Das ist doch völlig unbelegte Meinungsmache. Man nennt das auch triggern. Ich zahle kein HB, um getriggert zu werden, sondern um informiert zu werden!

    So etwas überlasen Sie doch BITTESCHÖN der einschlägig bekannten Boulevardpresse!

    Außerdem sollten Sie es sich doch nicht endgültig mit Ihrem geehrten Gastautoren verderben.

  • Andi Scheuer hat 65 laufende Verfahren zur Enteignung von Privatleuten für den Straßenbau zu verantworten. Für Kohle, Strassen und oder auch eine Landebahn in Hamburg (überlegt wurde es während der Finanzkrise auch bei Banken) ist Enteignung okay? Jetzt wird die Diskussion einfach etwas weiter geführt, und auf einmal Panik und alle fordern mehr Liberalismus.... Irgendwie stimmt da was nicht. Oder sehe ich da was falsch?

  • Im letzten Satz heißt es: "Alles andere nutzt nur den eigentlichen Gegnern der Demokratie etwas: den Rechtspopulisten."

    Gibt es also "tatsächliche" Gegner der Demokratie wie Kühnert und GenossInnen, Grüne etc. und dann auch noch "eigentliche" Gegner wie die sogenannten "Rechtspopulisten"?

    Sehr schwammig und eigentlich nur als "Haltungsjournalismus" zu bezeichnen. Schade Handelsblatt, das geht besser.

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