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Kommentar Klasse statt Masse: Eine Fusion würde Exxons und Chevrons Probleme nicht lösen

Die Ölkonzerne fahren hohe Verluste ein. Die sind nicht nur krisenbedingt, sondern auch hausgemacht. Die Unternehmen müssen endlich neue Wege gehen.
02.02.2021 - 18:39 Uhr Kommentieren
Der Ölkonzern hat, wie Chevron, den Ölpreis selbst in den Keller gewirtschaftet. Eine Fusion macht es nicht besser. Quelle: Reuters
ExxonMobil

Der Ölkonzern hat, wie Chevron, den Ölpreis selbst in den Keller gewirtschaftet. Eine Fusion macht es nicht besser.

(Foto: Reuters)

Zwei alte Kolosse, die den Anschluss an die Moderne verloren haben: So stehen die US-Ölkonzerne Chevron und Exxon dieser Tage da.

Nach einem Bericht des „Wall Street Journals“ haben die zwei Branchengiganten im vergangenen Jahr über eine Fusion gesprochen und könnten die Verhandlungen wieder aufleben lassen. Doch das ist nicht die Lösung ihrer Probleme.

Mit einer Fusion würde zwar der weltweit zweitgrößte Ölkonzern nach Saudi Aramco entstehen, sofern denn die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Aber Größe allein ist heute nicht entscheidend.

Die amerikanischen Öl- und Gaskonzerne stecken in ganz anderen Schwierigkeiten: Sie haben nicht nur wegen der Corona-Pandemie und des damit einhergehenden Einbruchs der Nachfrage eines ihrer wirtschaftlich schlimmsten Jahre erlebt. Exxon hat 2020 mehr als 22 Milliarden Dollar verloren. Bei Chevron waren es 5,5 Milliarden Dollar.

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    Sie haben das, zumindest zum Teil, auch noch selbst verschuldet. Weil die US-Unternehmen unter anderem mit der umstrittenen Fracking-Technologie so viel Öl und Gas gefördert haben wie noch nie, drückten sie den Preis am Markt selbst nach unten.

    Vor allem aber haben sie stur ihr altes Geschäftsmodell der fossilen Brennstoffe weitergeführt. Anders als ihre europäischen Konkurrenten haben sie sich kaum auf die Zeit nach dem Öl umgestellt und alternative Energien sträflich vernachlässigt. Nicht zuletzt dank der schützenden Hand Donald Trumps, der sie mit Deregulierung und Bohrgenehmigungen unterstützte, haben sie so den Anschluss verpasst.

    Die Welt um sie herum hat sich geändert. Nicht nur der Ölpreis ist massiv gesunken – nicht zuletzt weil die Amerikaner Erdöl gepumpt haben, um ihre energiepolitische Unabhängigkeit zu sichern. Auch die Nachfrage ist gesunken, weil viele Unternehmen und Verbraucher immer stärker auf erneuerbare Energien und E-Autos setzen.

    Bei ihren miserablen Quartalszahlen kündigen sowohl Chevron als auch Exxon nun hastig neue Initiativen an. Sie wollen in alternative Energien und die Speicherung von CO2 investieren. Aber auch das geschieht weniger aus Überzeugung als auf Druck der Investoren.

    Fest steht: Beide sind spät dran, und ein Zusammengehen von zwei Nachzüglern würde sie bei den wirklich wichtigen Themen kaum voranbringen. Nur noch mehr Öl aus der Erde zu pumpen bringt das Geschäft nicht weiter.

    Im Gegenteil: Die Manager wären bei einer Fusion vielleicht sogar zu sehr mit der Integration beschäftigt, statt ihre Aufmerksamkeit den Zukunftsfragen zu widmen. Man kann daher nur hoffen, dass die Fusionspläne in der Schublade bleiben und echte Lösungen auf den Tisch kommen.

    Mehr: Exxon Mobil mit erstem Verlust seit Jahrzehnten.

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