Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Kleinanleger sollten sich vom Aktiensplit bei Tesla nicht blenden lassen

Die grünen Wachstumsträume bei Tesla können so manchen Kleinanleger blenden. Es ist jedoch nur ein schmaler Grat zwischen Vision und Illusion.
12.08.2020 - 18:26 Uhr 1 Kommentar
Noch immer ist der Konzern den Beweis schuldig, dass er aus eigener Kraft nachhaltig Gewinne erwirtschaften kann. Quelle: AP
Tesla Model X

Noch immer ist der Konzern den Beweis schuldig, dass er aus eigener Kraft nachhaltig Gewinne erwirtschaften kann.

(Foto: AP)

Kaum eine Aktie ist derzeit so begehrt wie jene von Tesla. Allein seit Jahresbeginn hat sich der Kurs, zu dem die Papiere des kalifornischen Elektroautopioniers gehandelt werden, mehr als verdreifacht. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung von Tesla bei rund 270 Milliarden Dollar. Damit ist der Konzern der mit weitem Abstand wertvollste Fahrzeughersteller der Welt.

Das schwindelerregende Kursfeuerwerk bei Tesla führt dazu, dass eine Aktie mittlerweile fast 1500 Dollar kostet. Zu viel, bekundet nun das Unternehmen selbst und will zum Monatsende die Aktien splitten. Jeder Anleger soll dann für je ein Papier vier weitere Anteilsscheine als Dividende erhalten. Am Firmenwert ändert sich dadurch nichts, aber der Preis pro Wertpapier reduziert sich beim aktuellen Kurs auf weniger als 300 Dollar.

Der Clou dabei: Die Einstiegshürde für Investoren sinkt. Am Börsenrausch von Tesla können künftig noch mehr Kleinanleger teilhaben, hofft der Autobauer. Viele reagierten euphorisch auf die Ankündigung. Die Tesla-Aktie legte erneut merklich zu. Dabei wären gerade Kleinanleger gut beraten, sich intensiver mit den Fakten bei Tesla zu beschäftigen. Der Konzern unter der Führung des schillernden Unternehmers Elon Musk versteht es zwar meisterhaft, grüne Wachstumsträume zu entfachen. Vision und Illusion liegen aber nahe beieinander.

Noch immer ist der Konzern den Beweis schuldig, dass er aus eigener Kraft nachhaltig Gewinne erwirtschaften kann. Derzeit stammt ein Gutteil der Deckungsbeiträge nämlich nicht aus dem Kerngeschäft, sondern aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten an andere Autobauer, die damit ihre CO2-Bilanz verbessern. Im ersten Halbjahr flossen Tesla über derlei Zertifikate 782 Millionen Dollar zu.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Doch diese Einnahmequelle ist endlich. Alle Fahrzeughersteller haben schließlich eigene Elektroautos in der Pipeline. In der Industrie rollt eine riesige Stromoffensive heran. Ab 2021 kommt ein Modell nach dem anderen auf die Straße – selbst bei den schläfrigen deutschen Marken.

    Tesla erhält damit erstmals wirklich Konkurrenz. Luxuriös elektrisch fahren ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Schlimmer noch: Während der Absatz von Stromboliden im ersten Halbjahr in Westeuropa um mehr als ein Drittel zulegte, sackte jener von Tesla um 18 Prozent ab. Der Marktanteil der Kalifornier schrumpft.

    Zugegeben: In China kann Tesla weiter wachsen, und bei der Software sind die Amerikaner nach wie vor das Maß aller Dinge. Aber der Vorsprung ist keineswegs uneinholbar. Und mehr wert als alle großen europäischen und amerikanischen Autobauer zusammen ist der Konzern mit Sicherheit nicht.

    Mehr: Tesla kündigt Aktiensplit an – Kurs schießt nach oben

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Kleinanleger sollten sich vom Aktiensplit bei Tesla nicht blenden lassen
    1 Kommentar zu "Kommentar: Kleinanleger sollten sich vom Aktiensplit bei Tesla nicht blenden lassen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr guter Artikel. Aber welcher von den Kleinanlegern hat denn noch Zugriff auf gute Unternehmensstudien? Dann kommt noch der von Musk beheizte Hype. Ein gefährlicher Hype. Mich erinnert das doch auch an den Blender von Wirecard und Enron. Ab das wohl gut geht? Ich meine 👎

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%