Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Kleine Zulieferer sollten nicht mit schneller Hilfe rechnen

Vielen Autozulieferern fehlt in der Coronakrise die finanzielle Kraft für die Transformation. Dazu kommt: Kaum ein Investor würde Geld in eine Art „Bad Bank der Mobilität“ stecken.
26.10.2020 - 16:44 Uhr Kommentieren
Kleine Zulieferer, deren Teile leicht zu ersetzen sind, sind nicht für die Transformation vorbereitet. Quelle: dpa
Autozulieferer in Nöten

Kleine Zulieferer, deren Teile leicht zu ersetzen sind, sind nicht für die Transformation vorbereitet.

(Foto: dpa)

Sparkassen sind als Kreditgeber nah dran an den kleineren und mittleren Unternehmen. Und im Umfeld der Sparkassen ist es längst ein offenes Geheimnis, dass vielen kleineren Autozulieferern im nächsten Jahr die Luft ausgehen wird. Die Rede ist von Unternehmen, die nur Teile für Verbrennungsmotoren liefern, wie etwa die Hersteller von Gussteilen.

Sie sind massiv abhängig von den Rohstoffpreisen, und ihre Produkte sind leichter austauschbar als hochkomplexe Elektronik. Dass sie dennoch trotz brutalen Preisdrucks der Autobauer jahrelang überlebten, lag vor allem am stetig wachsenden Markt und den niedrigen Zinsen.

Die winzigen Margen lösen sich aber schnell in Luft auf, sobald die Stückzahlen zurückgehen. Und genau das passiert seit 2019. Die Gießereien mögen zu den besonders drastischen Fällen gehören, auch wegen der großen Konkurrenz aus Osteuropa. Doch die Krise trifft ebenso andere mit etwas mehr „Speck auf den Rippen“ – nur etwas später.

Klar ist, dass viele Mittelständler in dieser Situation keine Millionenbeträge in die Entwicklung von Komponenten für Elektroautos stecken können. Selbst wenn sie technisch dazu in der Lage wären, fehlt das Geld, um derartige Risiken einzugehen. Zumal unsicher ist, wie schnell große Autohersteller die Teile für die E-Mobilität dann tatsächlich abrufen werden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das hat auch der Spezialist für Motordichtungen Elring Klinger zu spüren bekommen. Sehr früh hat Vorstandschef Stefan Wolf – designierter Chef von Gesamtmetall – vor Jahren das Problem erkannt und nach zukunftsträchtigen Alternativen gesucht und sie beispielsweise in der Brennstoffzellentechnik gefunden. Aber auch ein so kapitalstarker Mittelständler wie Elring Klinger ächzt unter den hohen Kosten für die Transformation.

    Die IG Metall verfolgt deswegen die Idee, der drohenden Insolvenz- und Entlassungswelle in der Zulieferindustrie mit einem Fonds entgegenzutreten. Die sogenannte „Best Owner Group“ (BOG) soll Gelder einsammeln, um notleidenden Betrieben zu helfen, denen die Transformation aus eigener Kraft nicht gelingt. Damit könnten diese Zulieferer im auslaufenden Geschäft mit Verbrennungsmotoren weiterarbeiten.

    Private Investoren sind schneller

    Im Prinzip ist das eine gute Idee. Nur welche Investoren, außer dem Staat, würden in eine derartige „Bad Bank der Mobilität“ investieren? Es kann zwar durchaus ein Geschäftsmodell sein, solche Unternehmen fortzuführen. Doch in der Regel werden hier private Investoren schneller und effektiver sein als ein Fonds.

    Der große Autozulieferer Bosch hat seine Starter, Generatoren und Turbolader noch rechtzeitig verkauft. Denn wenn ein Tsunami anrollt, ergibt es wenig Sinn, die Boote im Hafen zusammenzuketten. Die Autobauer werden retten, was zu wichtig ist, um es untergehen zu lassen. Und die eigene Lieferkette ist jedem großen Autozulieferer da näher als der ganz kleine Mittelstand. Das wird sich in Coronazeiten brutaler zeigen denn je.

    Mehr: IG Metall und IG BCE wollen mit einem neuen Fonds notleidenden Verbrenner-Zulieferern helfen.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Kleine Zulieferer sollten nicht mit schneller Hilfe rechnen
    0 Kommentare zu "Kommentar: Kleine Zulieferer sollten nicht mit schneller Hilfe rechnen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%