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Kommentar Knorr-Bremse-Patriarch Thiele: Garant für Kontinuität, aber auch ein Risiko für die Zukunft

Der Zulieferkonzern hat den Sprung zu einer echten Kapitalgesellschaft noch nicht geschafft. Das liegt an der Rolle des Patriarchen Heinz Hermann Thiele.
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Nicht direkt am Tisch, aber als Patriarch im Hintergrund zieht weiter Thiele die Strippen. Quelle: Knorr-Bremse
Heinz Hermann Thiele

Nicht direkt am Tisch, aber als Patriarch im Hintergrund zieht weiter Thiele die Strippen.

(Foto: Knorr-Bremse)

Bei Knorr-Bremse ging Anfang der Woche der Vorstandschef vorzeitig. Wieder einmal, muss man sagen, denn das plötzliche Ausscheiden von Führungskräften war in den vergangenen Jahren eher die Regel. Warum der bis vor Kurzem noch hochgeschätzte Klaus Deller den Konzern so plötzlich verlassen musste, darüber schweigen sich die Beteiligten aus.

Unterschiedliche Auffassungen von Führung und Zusammenarbeit nennt der MDax-Konzern als Grund für den plötzlichen Abgang. Einstimmig soll der Aufsichtsrat die Trennung befürwortet haben, hieß es anschließend.

Nicht direkt am Tisch, aber als Patriarch im Hintergrund zieht weiter Heinz Hermann Thiele die Strippen. Der Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats hat seit den Achtzigerjahren aus einem maroden Mittelständler einen Weltmarktführer für Lastwagen- und Zugbremsen geformt. Ende 2018 hat er sich nach langem Zögern dazu entschlossen, dreißig Prozent seines Unternehmens an die Börse zu geben.

Und obwohl er sich formell immer weiter aus dem Unternehmen zurückzieht, geht keine Entscheidung an dem 78-Jährigen vorbei. Sein Büro in der Münchener Firmenzentrale liegt gleich neben dem aktuell verwaisten des Vorstandschefs. Wer auch immer demnächst neuer CEO in München wird, muss wissen: Ohne Thiele geht nichts.

Das war stets die Erfolgsformel für die hochprofitable Firma. Thiele ist ein Garant für Kontinuität. Mit Argusaugen wacht er über sein Lebenswerk, die von ihm vorgegebene Spur darf kein Nachfolger verlassen. Aber kann es auch die Formel für die Zukunft sein?

Die Rolle des Patriarchen ist auf Dauer auch ein Risiko. In seinem Schatten ist es für einen Chef schwierig, den Familienkonzern zu einer echten Kapitalgesellschaft zu entwickeln. Vielleicht hilft Thiele ein Blick zum Nachbarn BMW. Dort haben die Quandt-Erben weiter das Sagen, operativ vertrauen sie aber ausgewählten Managern und halten sich raus. Geschadet hat es dem Autokonzern nicht.

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