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Kommentar Kohleskandal in Russland: Energiekonzerne müssen sich ihrer Verantwortung stellen

Die meisten deutschen Unternehmen ziehen trotz der schlimmen Bedingungen, unter denen in Russland Kohle gefördert wird, keine Konsequenzen. Das muss sich ändern.
04.11.2019 - 17:10 Uhr Kommentieren
Trotz eigener Produktion ist Deutschland größter Steinkohleimporteur Europas. Quelle: dpa
Kohlekraftwerk Mehrum

Trotz eigener Produktion ist Deutschland größter Steinkohleimporteur Europas.

(Foto: dpa)

Seit Jahren kaufen deutsche Energiekonzerne mehr und mehr Kohle aus Russland – mittlerweile kommen 41 Prozent der importierten Steinkohle aus Sibirien. Unter welchen Bedingungen der schwarze Rohstoff dort abgebaut wird, hat bislang kaum jemanden wirklich interessiert.

Erst nachdem ganze Dörfer mit giftigem schwarzem Kohlestaub überzogen worden sind und der größte russische Lieferant in einen vermeintlichen Geldwäscheskandal verwickelt ist, geben RWE, Uniper, EnBW und Co. zu, dass man bislang eher wenig über die Bedingungen vor Ort weiß – und sie tun dies auch nur auf Nachfrage.

Das überrascht umso mehr, da die Energiekonzerne versichern, sie hätten aus früheren Problemfällen gelernt. Nachdem die unhaltbaren Zustände in kolumbianischen Kohleminen vor acht Jahren publik wurden, gelobte die Energiebranche Besserung. Arbeitsgruppen, europäische Initiativen für mehr Transparenz und regelmäßige Besuche vor Ort wurden eingerichtet.

All das ist richtig, zeigt aber nur dann Wirkung, wenn auf Worten Taten folgen. Wirkliche Konsequenzen ziehen die allermeisten Energieunternehmen nicht – auch nicht im aktuellen Problemfall Russland.

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    Ihr Argument: Die Beendigung einer Geschäftsbeziehung sei immer das letzte Mittel. Dabei hätten die Energiekonzerne durchaus die Macht, etwas zu verändern. Deutschland ist immerhin größter Steinkohleimporteur Europas und damit ein wichtiger Kunde für die Kohleindustrie in Russland.

    Aber anstatt ihre Verantwortung mit allen Konsequenzen zu übernehmen, stellt sich die Industrie lieber still und wartet, bis der Sturm vorbeizieht. Das Ende der Kohle ist ja ohnehin absehbar.

    Dabei sollten mittlerweile alle Unternehmen gelernt haben, dass sie in einer global vernetzten Wirtschaft eine besondere Verantwortung entlang der Lieferketten tragen – egal ob in der Textilproduktion oder dem Rohstoffbezug. Kein Unternehmen kann und darf sich mehr davor wegducken.

    Mehr: Nach den Rekordzahlen im vergangenen Jahr muss Big Oil im dritten Quartal 2019 einen Dämpfer einstecken. Und das liegt diesmal nicht nur am Ölpreis.

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