Kommentar Konzerne sollten auf Distanz zu Trump gehen

Unternehmen sollten vorsichtig beim Buhlen um US-Präsident Trump sein. Der Fall Tillerson zeigt: Auch Günstlinge können schnell verbrannt werden.
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Donald Trump wettert gerne gegen Konzerne aus China und Deutschland. Quelle: AP
Der unberechenbare Präsident

Donald Trump wettert gerne gegen Konzerne aus China und Deutschland.

(Foto: AP)

Die Nähe zu US-Präsident Donald Trump ist gefährlich. Das haben in der jüngsten Zeit nicht nur der Außenminister Rex Tillerson und der Wirtschaftsberater Gary Cohn zu spüren bekommen. Das ist auch dem Broadcom-Chef Hock Tan widerfahren.

Noch im November hatte Trump den Manager hofiert, weil der Asiate den Unternehmenssitz von Broadcom in die USA verlagern wollte. Ein „großartiger, großartiger Manager“ sei er, lobte Trump, während er ihm väterlich den Arm über die Schultern legte.

Diese Woche blockierte Trump die Übernahme von Qualcomm durch Broadcom - aus Gründen der nationalen Sicherheit. Es wäre die größte Technologie-Übernahme aller Zeiten gewesen.

So erratisch, wie Trump mit seinem Mitarbeiterstab umgeht, so erratisch agiert er auch gegenüber Unternehmen. Egal, wie sehr diese vorher um seine Gunst gebuhlt haben. Sie sind gut beraten, möglichst niedrig unter dem Trump-Radar zu fliegen, um nicht aufzufallen. Das gilt auch für deutsche Unternehmen in den USA.

Mercedes und BMW hat Trump erst jüngst wieder mit Strafzöllen gedroht. Als Unternehmen ist man da sicher versucht, gegenzuhalten und herauszustellen, dass die deutschen Premium-Marken in den USA riesige Werke betreiben, dass sie weniger in die USA importieren als die amerikanischen Autokonzerne.

Doch das könnte alles noch schlimmer machen, einen Twitter-Sturm des Präsidenten heraufbeschwören. Die beste Devise ist bei diesem Präsidenten: den Ball flachhalten und lieber im Hintergrund Aufklärungsarbeit leisten.

Argumente bringen einen bei Trump selten weiter. Das hat auch sein Beraterstab aus Unternehmenschefs gemerkt, der in den ersten Monaten seiner Amtszeit noch existierte. Offiziell hat sich das Gremium aufgelöst, weil sich der Präsident nicht ausreichend von den rechten Demonstrationen in Charlottesville im August und einem Mordfall auf der Kundgebung durch einen weißen Rassisten distanziert hat.

Tatsächlich war zu dem Zeitpunkt den meisten Vorstandsvorsitzenden bereits klar, dass sie ohnehin nicht gehört werden. Nur um für Erinnerungsfotos mit dem Präsidenten zu posieren, war ihnen ihre Zeit zu schade. Die Gelegenheit war damals günstig, das Gremium de facto aufzulösen.

Die Unternehmen sollten es auch nicht persönlich nehmen: Trump muss seine Wähler bedienen. Er hatte schließlich schon im Wahlkampf gegen China gewettert und Arbeitsplätze in den USA versprochen. Ausländische Unternehmen als Punchingball für ein paar leichte Punkte kommen ihm da gelegen.

Denen bleibt nichts anderes übrig, als die Schläge zu erdulden. Dafür können sie sich über die Steuererleichterungen freuen, die auch den ausländischen Firmen zugute kommen.

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5 Kommentare zu "Kommentar: Konzerne sollten auf Distanz zu Trump gehen"

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  • Die USA würde ich bevorzugen, schon wegen des größten Präsidenten aller Zeiten Herr Trump. Sie bleiben natürlich hier und eilen von Amt zu Amt,um ein wenig Stütze abzugreifen.
    Vorsicht ein böser Vogel hat Sie im Auge, Herr Maidan.
    Herr Tomas Maidan
    14.03.2018, 10:18 Uhr

  • "Herr Carlos Santos
    14.03.2018, 08:52 Uhr
    FRAU MERKEL GEHT, HERR HORST SEEHOFER WIRD NEUER BUNDESKANZLER !!!

    Dann erst beginnt für ganz Deutschland wieder Normalität !!!!!"

    ..................................................................................

    MIT SEEHOFER ALS KANZLER.....dann beginnt die NORMALITÄT!!!!!!!!!
    ...laut unserem.......CARLOS( der Herr der Punkte und GROSSBUCHSTABEN)


    BITTE,BITTE CARLOS

    WELCHEN TEE TRINKST DU MORGENS?????????????????


    ...................................................................

    PUNKTE UND GROSSBUCHSTABEN FÜR CARLOS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    ........................:::::::::::::::::::::::::::::::::::..................................





  • Spiegel, wann reisen Sie endlich aus der EU aus, wenn sie sich hier derart unterdrückt fühlen? Russland ist doch wirklich ein tolles Land. Und mit Ihren recht speziellen Ansichten werden Sie sich dort schnell heimisch fühlen. Gute Reise.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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