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Kommentar Kooperationen mit Tech-Konzernen sind riskant – trotzdem sollten Banken die Chance nutzen

Die Banken, die als Erste mit den Tech-Giganten kooperieren, können davon am ehesten profitieren. Nachzügler drohen ganz in den Hintergrund gedrängt zu werden.
11.01.2021 - 19:40 Uhr Kommentieren
Bezahlen per Google Pay kann man schon. Nun will der Tech-Konzern zusammen mit der US-Großbank Citigroup auch ein Bankkonto anbieten. Quelle: AP
Google

Bezahlen per Google Pay kann man schon. Nun will der Tech-Konzern zusammen mit der US-Großbank Citigroup auch ein Bankkonto anbieten.

(Foto: AP)

Erst galten Finanz-Start-ups, kurz Fintechs, als Feinde der etablierten Banken. Dann stellte sich heraus, dass die meisten Fintechs auf die Zusammenarbeit mit Geldhäusern angewiesen sind. Nun rücken die mächtigen Tech-Konzerne in den Blickpunkt: Sie drängen in das Bankgeschäft, vor allem mit Zahlungsdienstleistungen.

Amazon, Apple, Facebook und Google machen den Banken damit in einigen Geschäften zunehmend Konkurrenz. Doch bisher werden die Tech-Konzerne nicht selbst zur Bank, sondern auch sie suchen Kooperationen mit etablierten Geldhäusern. Das gilt beispielsweise für die Bezahldienste Apple Pay und Google Pay. Sie werden in der Regel mit einer Kreditkarte verknüpft, die Banken herausgeben.

Am stärksten gehen nun Google und die US-Bank Citigroup aufeinander zu. Sie wollen bald ein gemeinsames Bankkonto, „Citiplex“ genannt, starten – ein Novum. Google ist für die Interaktion mit Kunden zuständig. Das Geld aber liegt bei der Citigroup. Schließlich braucht es dafür eine Banklizenz. Ähnliche Google-Kooperationen mit weiteren Geldhäusern sollen folgen.

Für die Banken ist ein solcher Schritt riskant. Es besteht die Gefahr, dass sie zunehmend in den Hintergrund treten und gegenüber den Tech-Konzernen verblassen, die die Schnittstelle zum Verbraucher besetzen.

Kunden dürften meist den Eindruck haben, sie bezahlen mit Apple Pay und Google Pay – egal, mit welcher Kreditkarte sie die Bezahl-App auf dem Smartphone verknüpft haben. Und auch Citiplex-Nutzer dürften rasch vergessen, dass ihr Geld bei der Citigroup liegt, und Google als Zugang zum Konto betrachten.

Vorteile für die Vorreiter

Trotz dieses Risikos sollten Banken sich auf die Zusammenarbeit einlassen – und lieber als eines der ersten Finanzinstitute mit Tech-Konzernen kooperieren als gar nicht. Denn für die Nachzügler ist die Gefahr noch größer, dass sie sich – wenn Produkte aus Kooperationen auf hohe Nachfrage treffen – mit einer Zulieferer- und Hintergrundrolle zufriedengeben müssen. Da die Tech-Konzerne es bislang scheuen, selbst zu einer stark regulierten Bank zu werden, haben Geldhäuser, die vorangehen, auch Chancen, einen Teil ihrer Vorstellungen in einer Zusammenarbeit einzubringen.

Zudem dürften viele Banken sich einen Imagegewinn versprechen, wenn sie näher an die Tech-Giganten heranrücken. Doch auch das gilt wahrscheinlich nur für die Vorreiter unter den Banken.

Naheliegend ist daher, dass es zu einer Art Wettrennen unter den Banken kommt. Schließlich dürfte es etwa Google für ein Kontoangebot reichen, mit einigen wenigen Geldhäusern zu kooperieren. Konkurrenz macht der Tech-Konzern damit allen Banken.

Mehr: ING paktiert bei der Kreditvergabe mit Amazon.

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