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Kommentar Kostenloser Nahverkehr: Die Firmen sollten voran gehen

Das Vorbild Luxemburg taugt für deutsche Städte nicht. Trotzdem könnte die Wirtschaft deutlich mehr Kreativität an den Tag legen.
03.03.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der Kleinstaat hat schon vor Jahren damit begonnen, sein Netz zu erweitern – immer das Ziel vor Augen, eines Tages die Tickets abzuschaffen. Quelle: dpa
Bus in der Innenstadt von Luxemburg

Der Kleinstaat hat schon vor Jahren damit begonnen, sein Netz zu erweitern – immer das Ziel vor Augen, eines Tages die Tickets abzuschaffen.

(Foto: dpa)

Luxemburg hat für alle Bürger am Wochenende freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt. Nur in der ersten Klasse müssen die Fahrgäste noch etwas bezahlen. Damit ist Luxemburg das erste Land weltweit, das die Verkehrs- und Klimawende so radikal angeht. Ein Vorbild?

Im Grunde wäre es kein Problem, auch in Deutschland die Benutzung von Bussen und Bahnen kostenfrei zu stellen. Nur sind die Konsequenzen ganz andere. In Luxemburg leben rund 600.000 Bürger, dazu kommen viele Pendler aus den Nachbarstaaten. Kurzum: Die Verkehrsfrage stellt sich für den Staat Luxemburg in einer Größenordnung wie für die Stadt Düsseldorf.

Wäre der gesamte öffentliche Verkehr inklusive Fernverkehr der Deutschen Bahn in Deutschland kostenfrei, würden den Verkehrsunternehmen rund 18 Milliarden Euro Einnahmen aus dem Verkauf von Fahrkarten fehlen. Luxemburg kostet das 41 Millionen Euro pro Jahr.

Aber selbst das gewaltige Finanzierungsloch muss kein Argument gegen einen kostenlosen öffentlichen Verkehr sein. Es ist nicht einmal gesagt, dass der Staat den Einnahmeausfall komplett subventionieren müsste, vorausgesetzt, die Wirtschaft ginge etwas kreativer an das Thema heran. Etwa mit einer Mobilitätscard statt eines Firmenwagens.

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    Dann hätten Mitarbeiter ein gut gefülltes Mobilitätskonto, das sie privat wie beruflich im Laufe des Jahres abfahren könnten. Pendeln und Urlaubsreisen auf Firmenkosten. Solche Modelle gibt es schon, aber viel zu selten. In Zeiten knapper Fachkräfte wäre eine solche Mobilitätscard sicher auch ein gutes Werbeargument für neue Mitarbeiter.

    Geld muss kein Hindernis sein. Das eigentliche Problem sind die Kapazitäten. Denn erst müssen Gleise und Bahnhöfe ausgebaut, Busse und Züge beschafft werden. Luxemburg hat schon vor Jahren damit begonnen, sein Netz zu erweitern – immer das Ziel vor Augen, eines Tages die Tickets abzuschaffen. Denn sonst heißt es: Freie Fahrt für alle – wegen Überfüllung aber leider geschlossen.

    Mehr: Luxemburg macht öffentliche Verkehrsmittel erstmals gratis

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