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Kommentar Kramp-Karrenbauer sollte von Merkel lernen

Der Stil der Kanzlerin brachte der CDU und Deutschland Erfolg. Es wäre klug von der neuen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer, sich an Merkel zu orientieren.
17.03.2019 - 12:34 Uhr Kommentieren
Die neue CDU-Chefin könnte von Angela Merkel noch etwas Benehmen lernen. Quelle: dpa
Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel

Die neue CDU-Chefin könnte von Angela Merkel noch etwas Benehmen lernen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Man kann es niemandem verübeln, sich nach alten Zeiten zu sehnen. Und als älteres CDU-Mitglied darf man sich gerne daran erinnern, wie die Partei über Jahrzehnte bei Bundestagwahlen mehr als 40 Prozent holte. Es ist eine Zeit, in die nicht nur Konservative gerne zurückwollen. Die Übersichtlichkeit des Parteiensystems, die klaren politischen Verhältnisse, die eingehegten Ränder des demokratischen Spektrums – vieles schien so einfach.

Insofern ist verständlich, dass viele in der CDU abschütteln wollen, was danach kam. Dabei stehen derzeit keine inhaltliche Fragen im Vordergrund, sondern der markante, kontrollierte Stil der Vorsitzenden Angela Merkel, der von vielen CDU-Mitgliedern und vielen Politikwissenschaftlern als geradezu lähmend für die Partei und das Land empfunden wurde.

Die neue Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wagte kürzlich Minderheiten-Witze auf der Bühne und griff Schlagzeilen der Bild-Zeitung auf, die Merkel nicht einmal mit einem Schulterzucken gewürdigt hätte. Auf viele CDU-Anhänger scheint das frisch und befreit zu wirken. Viele Wähler aber, das zeigen Kramp-Karrenbauers schlechte Beliebtheitswerte in den neuen Umfragen, sind irritiert.

Witze über Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau sehen, sind eine neue Form des biederen Herrenwitzes, der schon vor Jahren aus der Zeit gefallen war, ohne dass dies jeder auf der politischen Bühne mitbekommen hatte. An diese Zeit knüpft Kramp-Karrenbauer mit ihrer Art von Humor an. Sie möchte Sehnsüchte ansprechen.

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    Alte Zeiten aber kehren nicht zurück. Geschichte wiederholt sich nicht, erst recht läuft sie nicht rückwärts, und ganz bestimmt holt man mit alten Zoten nicht die alte Bundesrepublik zurück. Dass viele Bürger heute von ihren Politikern ein besseres Benehmen erwarten, als man es vor der Merkel-Ära gewohnt war, wird so bleiben.

    Die CDU kann sich trösten: Merkel war gut für die Partei, auch wenn die letzte Wahl kein großer Erfolg war. Merkel hat der Union zu bundespolitischer Dominanz verholfen, als die Politikwissenschaftler das Ende der Volksparteien längst gekommen sahen.

    Und sie hat dazu beigetragen, dass Deutschland seit Jahren als Hort wirtschaftlicher und demokratischer Stabilität wahrgenommen wird. Das ist auch dem nüchternen, sachlichen, kaum angreifbaren Stil zu verdanken, mit dem sie Land und Partei führte.

    Die Lockerungsübungen der CDU sollten nicht so weit gehen, dass diese Errungenschaften gefährdet werden.

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