Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Kreditvergabe in Deutschland: Billiger ist nicht immer besser

Die Lage am Kreditmarkt ist in der Coronakrise fragiler als sie scheint. Daraus können Banken und Unternehmen Lehren ziehen.
17.06.2020 - 18:16 Uhr Kommentieren
Manche Firmen investieren trotz der Krise und brauchen Kredit. Quelle: obs
Fabrik der BASF in Ludwigshafen

Manche Firmen investieren trotz der Krise und brauchen Kredit.

(Foto: obs)

Auf den ersten Blick sind die Prognosen der KfW für den Kreditmarkt beruhigend: Das Wachstum ist fast so rekordverdächtig wie zu Beginn der Finanzkrise, sei es, weil Firmen offene Kreditlinien ziehen können, sei es, weil die Banken vielen Kunden Kredite geben - mit oder ohne Staatshilfen. Auf den zweiten Blick gibt es dann aber doch Indizien dafür, dass die Lage weniger komfortabel ist als es wirkt.

Allein schon das große Interesse an den größtenteils vom Staat garantierten Darlehen sind ein Zeichen dafür, wie instabil die Versorgungslage mit Krediten in großen Teilen der Wirtschaft ist. Ganze Branchen wären ohne diese Staatshilfen gar aktuell nicht kreditfähig. Und so engagiert die meisten Banken derzeit ihren Stammkunden zur Seite stehen, so zurückhaltend werden sie, wenn es um Neukunden geht. So groß ist der Risikoappetit dann doch nirgendwo, dass Banken das rare Eigenkapital sorglos für unbekannte Kunden mit schwer kalkulierbaren Risiken einsetzen wollten.

In das gleiche Schema passen die jüngsten Forderungen aus dem Bankenlager, der Staat solle doch bitte Eigenkapitalhilfen für Unternehmen nicht an allzu harte Auflagen knüpfen. Das kann man als Hinweis darauf verstehen, dass die Banken eine nennenswerte Zahl von Unternehmen für potenziell unterkapitalisiert halten. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass solche Kunden bei der nächsten drohenden Kreditlücke noch mehr Probleme haben werden, einen Kredit zu bekommen.

Aus der aktuellen Situation lassen sich Lehren ziehen. Das gilt für Banken wie für Unternehmen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Firmen lehrt die Coronakrise, wie wichtig eine belastbare Hausbank-Beziehung ist. Wer in guten Zeiten mit einer ganzen Armada von Geldhäusern um die letzten Zehntelprozentpunkte bei den Konditionen feilschte, hat nun häufig Probleme, einen Kundenberater zu finden, der Zeit und Kredit für ihn hat. Das gleiche gilt für das Liquiditätsmanagement. Kreditlinien mögen Geld kosten, sind aber eine nützliche Lebensversicherung.

    Den Banken wiederum zeigt die Krise, wie riskant der beinharte Wettbewerb ist, den sie sich jeden Konjunkturzyklus auf's Neue im Kreditgeschäft liefern. Es scheint, als müsste immer erst eine Wirtschaftskrise vor der Tür stehen, damit die Geldhäuser auf breiter Front wieder auf risikogerechten Margen bestehen und ihre Darlehen nicht mehr als Eintrittskarte für potenzielle Anschlussgeschäfte verschleudern. Wettbewerb ist gut für die Kunden. Mit einem ruinösen Wettbewerb ist auf Dauer aber auch den Kunden nicht geholfen.

    Das Geschäftsgebaren vieler Banken wie Unternehmen war in den rosigen Zeiten auf Kante genäht. Es wäre gut, wenn beide Seiten aus der Coronakrise lernen würden, dass billiger nicht immer besser ist.

    Mehr: KfW zieht Zwischenbilanz Das Geschäft mit Krediten boomt in der Krise

    Startseite
    0 Kommentare zu "Kommentar: Kreditvergabe in Deutschland: Billiger ist nicht immer besser"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%