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Kommentar Künstliche Ignoranz – Europäer sind bei künstlicher Intelligenz Einzelkämpfer

Wenn es um Digitalisierung geht, muss sich Europa nicht vor den USA oder China verstecken. Doch um die Stärken ausspielen zu können, müssen die Länder besser zusammenarbeiten.
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Der französische Konzern ist führend bei der Raumfahrttechnik. Quelle: STFC RAL Space
Thales

Der französische Konzern ist führend bei der Raumfahrttechnik.

(Foto: STFC RAL Space)

Was fällt europäischen Politikern und Medien ein, wenn sie an künstliche Intelligenz und digitalen Wandel denken? Richtig, das autonome Google-Auto, Drohnen von Amazon und hochfliegende Projekte von Elon Musk. Fast könnte man den Eindruck bekommen, Europas Beitrag zur Digitalisierung bestünde allein in der Datenschutz-Grundverordnung und der Steuer auf amerikanische Tech-Konzerne.

Zum Glück ist es anders. Europäische Unternehmen und einzelne Regierungen haben früh genug verstanden, dass mit der Anwendung digitaler Prozesse auf die Industrie eine neue Welle des technischen Fortschritts anrollt. Bei der geht es um die Revolutionierung des guten, alten verarbeitenden Gewerbes. Und in der „old economy“ sind wir stark.

Patrice Caine, Chef des französischen Technologiekonzerns Thales hat vollkommen recht: Er sieht Europa bei künstlicher Intelligenz und der digitalen Vernetzung von Maschinen, Flugzeugen oder Zügen vorn mit dabei. Wir müssen uns weder vor den Amerikanern noch vor den Chinesen verstecken. Dasselbe gilt für digitale Ausrüstung und Steuerung von Fabriken.

Der Haken bei der Sache ist, dass die Europäer wie so oft zu sehr als Einzelkämpfer unterwegs sind. Das zeigt sich schon in der öffentlichen Wahrnehmung: Wer weiß, was jenseits der Landesgrenze an technologischen Innovationen entsteht? Über das autonome Auto von Google redet jeder – nicht aber über das des französischen Autozulieferers Valeo. Das kurvt gerade durch Paris, also auf einem anspruchsvolleren Pflaster als dem schnurgeraden Highway in Kalifornien.

Das Einzelkämpfertum hindert Europa daran, seine Stärken bei der vernetzten Wirtschaft noch besser ausspielen zu können. Nötig ist ein Binnenmarkt für Digitales. Den aber können die Unternehmen nicht allein schaffen. Dafür sind ähnliche Anstrengung wie bei der Schaffung des – analogen – EU-‧Binnenmarkts vor 30 Jahren nötig.

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