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Kommentar Kunden haben nicht auf Vapiano gewartet

Die Restaurantkette hat die Expansion bis an die Grenze ausgereizt. Statt noch mehr Filialen zu eröffnen, sollte Vapiano mit den Aktionären einen Kurs abstimmen.
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Der Chef der Restaurantkette ist am Sonntagabend zurückgetreten. Quelle: dpa
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Der Chef der Restaurantkette ist am Sonntagabend zurückgetreten.

(Foto: dpa)

Es sieht aus wie das typische Muster von Wachstumsunternehmen, die an die Börse gehen. Um positive Nachrichten für die Anleger zu produzieren und so den Aktienkurs zu stützen, reizt das Management die Expansion bis an die Grenze aus – und oft auch darüber hinaus. Insoweit ist die Geschichte der Restaurantkette Vapiano nichts Ungewöhnliches. Noch ein Land und noch ein Land – ob es rentabel ist, sehen wir später.

Das Dumme bei Vapiano ist nur: Das Unternehmen hatte solch ein Theater gar nicht nötig. Drei Großaktionäre halten dort mehr als 80 Prozent der Anteile, mit denen hätte man einen gesunden und nachhaltigen Wachstumskurs abstimmen können.

Und die Voraussetzungen waren gut: Die Familie Herz und die Wella-Erben sind für ihr langfristiges Engagement bekannt. Und auch dem Dritten im Bunde, Gregor Gerlach, müsste als Vapiano-Mitgründer eine erfolgreiche Zukunft mehr am Herzen liegen als kurzfristige Erfolge.

Ohne Not also hat Vorstandschef Jochen Halfmann das Unternehmen ins Abenteuer getrieben und darüber den operativen Betrieb vernachlässigt. Die unzufriedenen Kunden haben mit den Füßen abgestimmt, nur die ständige Eröffnung neuer Restaurants hat lange Zeit überdeckt, dass in den vorhandenen längst der Umsatz sank. Halfmanns Nachfolger Cornelius Everke war offenbar auch nicht in der Lage, die Situation zu drehen.

Nun muss die Aufsichtsratschefin Vanessa Hall kurzfristig einspringen. Sie hat langjährige Erfahrung in der Führung von Restaurantketten und hätte mit ihren 52 Jahren sicherlich Power genug, im Unternehmen ein Gefühl von Neustart zu erzeugen. Auch längerfristig.

Klar ist: Es gibt mehr als genug Restaurants in der Systemgastronomie. Kunden haben nicht auf Vapiano gewartet. Deshalb ist es jetzt die Herausforderung für Hall, Angebot und Service in den Restaurants wieder so gut zu machen, dass sie die Gäste überzeugen. Und erst wenn das Produkt perfekt ist, sollte sie wieder an Expansion denken.

Mehr: Nach dem Abgang des Vapiano-Chefs springt die Aufsichtsratschefin ein. Vanessa Hall hat bereits gezeigt, dass sie in der Lage ist, Unternehmen umzustrukturieren.

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