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Kommentar Kurzarbeit ist der Rettungsanker in der Krise

Mit Kurzarbeit ist Deutschland gut durch die vergangene Rezession gekommen. Das Instrument hat sich bewährt – auch kleine Betriebe dürfen nicht vergessen werden.
18.03.2020 - 17:59 Uhr Kommentieren
Auch kleinen Betrieben sollte geholfen werden. Quelle: dpa
Mitarbeiter in einer Produktionshalle

Auch kleinen Betrieben sollte geholfen werden.

(Foto: dpa)

Wenn es das Kurzarbeitergeld noch nicht gäbe, müsste es in diesen Tagen erfunden werden. Fällt wie jetzt in der Coronakrise plötzlich die Arbeit weg, lässt der Staat Beschäftigte nicht ins Bodenlose fallen. Ihre Einkommen werden zumindest zu einem Teil gesichert, Entlassungen so lange wie möglich vermieden. Für die Unternehmen hat das den Vorteil, dass sie sich nicht händeringend um neue Arbeitskräfte bemühen müssen, wenn die Krise irgendwann überwunden ist und die Konjunktur wieder anzieht.

Derzeit weiß allerdings niemand, wann das sein wird. Es ist deshalb gut, dass die Bundesregierung der Versuchung und den Forderungen widerstanden hat, den Arbeitslosenversicherungsbeitrag, aus dem auch das Kurzarbeitergeld finanziert wird, noch stärker abzusenken.

Der Grundsatz „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ gilt auch für die Bundesagentur für Arbeit. Zum Glück haben ihre Arbeitsmarktexperten schon mit Nachdruck auf die Notwendigkeit einer ausreichenden Rücklage hingewiesen, als sich erste Wolken am Konjunkturhimmel zeigten.

Deshalb ist die Nürnberger Behörde angesichts der unerwarteten Krise, die nun ohne Vorwarnung über den Arbeitsmarkt hereinbricht, gut gerüstet. 26 Milliarden Euro hat sie auf der hohen Kante – das ist mehr, als sie Ende der 2000er-Jahre brauchte, um die Folgen der weitweiten Finanzkrise abzufedern. Ein dickes Polster ist also da.

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    Bleibt nur zu hoffen, dass die Wirtschaft durch Corona nicht in eine noch tiefere Krise stürzt als im Rezessionsjahr 2009. Anders als damals trifft die Corona-Pandemie die Wirtschaft jetzt fast flächendeckend – vom Autobauer, dessen Produktion ruht, über den Einzelhändler bis hin zum Wirt, dem die Gäste wegbleiben.

    Hilfe für kleine Betriebe

    Gerade kleineren Gewerbetreibenden, denen jetzt über Wochen oder Monate die Umsätze wegbrechen, muss schnell geholfen werden. Denn auch das beste Kurzarbeitergeld bringt nichts, wenn das Geschäft oder die Kneipe pleite ist, bevor sich das Leben wieder normalisiert.

    Auch die vielen Ein-Mann- oder Eine-Frau-Betriebe, die es in Deutschland gibt, darf die Regierung nicht allein lassen. Für sie kann Corona existenzbedrohend sein. Der Bund muss deshalb den versprochenen Nothilfefonds rasch auf den Weg bringen.

    Bei der von den Gewerkschaften geforderten Zuzahlung zum Kurzarbeitergeld für Geringverdiener sollte es dagegen bei freiwilligen Lösungen bleiben. Bei Unternehmen, denen das Wasser bis zum Hals steht, wäre das kontraproduktiv. Denn eines darf nicht vergessen werden: Kurzarbeit ist eine gute Sache – aber nur, wenn das Unternehmen die Krise auch überlebt.

    Mehr: Kurzarbeitergeld reicht gerade für Geringverdiener und Solo-Selbständige häufig nicht zum Leben. Regierung, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften suchen nach Lösungen.

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