Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Läuft Putins Zeit ab? In Russland drohen erbitterte Machtkämpfe

Als amtsmüde hat Russlands Präsident bisher nicht gegolten. Dass Putin die Verfassung ändern lassen will und damit nicht noch einmal antreten könnte, lässt daher aufhorchen.
18.12.2019 - 17:41 Uhr Kommentieren
Die Amtszeit des russischen Präsidenten läuft im Jahr 2024 aus. Quelle: dpa
Wladimir Putin

Die Amtszeit des russischen Präsidenten läuft im Jahr 2024 aus.

(Foto: dpa)

Es ist jedes Jahr das gleiche Ritual: Stundenlang antwortet Kremlherr Wladimir Putin auf die Fragen Hunderter Journalisten. Und jedes Mal muss man danach filtern, was eigentlich sein Hauptanliegen war. Vielleicht war es diesmal seine Antwort auf die Frage, was er nach dem Ende seiner 2024 auslaufenden Amtszeit machen will.

Und das Eingeständnis, dass seine Behörden den offensichtlich durch einen russischen Auftragskiller in Berlin erschossenen Georgier nicht bei den zuständigen deutschen Stellen zur Überstellung nach Moskau ausgeschrieben hatten. Putin korrigiert sich damit in einem seltenen Fall selbst, wohl auch, um das schwer belastete Verhältnis zu Berlin aufzubessern.

Dass der 67-Jährige die Verfassung ändern lassen will und damit nicht noch einmal antreten könnte, lässt aufhorchen. Als amtsmüde hat Russlands Präsident bisher nicht gegolten. Sollte sich nun herumsprechen, dass er nach 20 Jahren an der Staatsspitze seinen Platz räumt, wäre dies eine Zeitenwende.

Machtkämpfe wären die Folge. Putin hat viele seiner engsten Getreuen an die Spitze von Staatskonzernen (Rosneft, Gazprom, Sberbank) gehievt oder in Staatsämter. Vereint sind sie dadurch, dass Putin und seine Vertrauten sich den Staat und die größten Firmen zur Beute gemacht haben. Diesen Reichtum werden sie unerbittlich verteidigen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Aber Putins Mannen bilden keine einheitliche Front: Sie haben individuell unterschiedliche Geschäftsinteressen über das Aussaugen des Haushalts und der Rohstoffe des Landes hinaus. Vor allem aber haben einige vor, dass alles beim von privaten Interessen der Kremlgünstlinge gelenkten Staatskapitalismus bleibt. Andere indes sehen die Notwendigkeit zu echten Reformen.

    Putin hat sein Land ökonomisch in eine Sackgasse geführt. Ob es dort wieder herauskommt oder brutale Diadochenkämpfe das Riesenreich noch weiter in die Lähmung treiben, darf nach Putins diesjähriger Mammut-Pressekonferenz verstärkt gefragt werden. Gute Zeiten für Kremlologen.

    Mehr: Der Kremlchef empfindet die vom US-Kongress beschlossenen Sanktionen gegen die Gaspipeline als „unfreundlichen Akt“. Eine Gefahr für die Plattform sieht Russland nicht.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Läuft Putins Zeit ab? In Russland drohen erbitterte Machtkämpfe
    0 Kommentare zu "Kommentar: Läuft Putins Zeit ab? In Russland drohen erbitterte Machtkämpfe"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%