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Kommentar Laschet und Söder sind geeignete Kanzlerkandidaten – doch einer hat einen Vorteil

Das Rennen um die Kanzlerkandidatur zwischen den Ministerpräsidenten ist offen. Beide zeigen aber, dass sie politisch führen können – und wollen.
30.04.2020 - 04:00 Uhr 3 Kommentare
Die Ministerpräsidenten gehen auch politische Risiken ein. Quelle: dpa
Armin Laschet und Markus Söder

Die Ministerpräsidenten gehen auch politische Risiken ein.

(Foto: dpa)

Sollte Angela Merkel nicht doch noch eine fünfte Amtszeit anstreben, läuft alles auf Armin Laschet oder Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union hinaus. Der Sohn eines Maurers aus Franken und der Bergmannssohn aus Aachen bewähren sich beide in der Krise. Die Ministerpräsidenten der großen Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen können sich als Manager im Kampf gegen die Pandemie profilieren.

Söder gibt es den gewählten Bayern-König, der streng, aber gütig ist. Der CSU-Chef verbietet das Oktoberfest, bringt aber gleichzeitig die Öffnung der Biergärten ins Spiel. Seine persönlichen Umfragewerte hätten selbst den CSU-Übervater Franz Josef Strauß vor Neid erblassen lassen. Der gelernte Journalist lebt nach dem Motto: jeden Tag eine Schlagzeile. Mittlerweile hat das auch Substanz. Die Äußerungen von Söder werden ernst genommen.

Armin Laschet versucht es mit Menscheln und Wirtschaftsnähe. Er kann sich über die Virologen ärgern, gleichzeitig hat er einen Expertenrat eingerichtet. Da sitzt ein prominenter Virologe drin, aber nicht nur. In dem Gremium sind Unternehmer, Juristen und Psychologen vertreten. Diese Mischung entspricht seinem Naturell. In seinem Kabinett gibt es Hardliner wie den Landesinnenminister Herbert Reul und Herz-Jesu-Politiker wie Karl-Josef Laumann. Den wirtschaftsliberalen Teil deckt Andreas Pinkwart von der FDP ab.

Laschets größter Vorteil im Rennen um die Kanzlerkandidatur ist Jens Spahn. Der Bundesgesundheitsminister hat in der Coronakrise an Statur gewonnen. Da die beiden eine klare Absprache haben, wer Parteichef und Kanzlerkandidat werden soll, wird das zu einer hohen Geschlossenheit der CDU beitragen.

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    Sind sich die Christdemokraten größtenteils einig und heben Armin Laschet mit einem herausragenden Ergebnis auf den Schild, sinken die Chancen von Söder. Einfach, weil es dem machtpolitischen Selbstverständnis der CDU entspricht. Vielleicht betont der Bayer auch deshalb bei jeder Gelegenheit, dass er in München bleiben will.

    Politische Risiken

    Dass beide aus Kanzlerholz geschnitzt sind, zeigt sich daran, dass sie politische Risiken eingehen. Es ist noch lange nicht ausgemacht, welche Strategie am Ende aufgeht. Söders restriktiver Shutdown-Kurs oder der vorsichtige Öffnungskurs Laschets.

    Sollte wirklich eine verheerende zweite Infektionswelle kommen, dann hat Laschet ein politisches Problem. Bleibt sie aus, kann er sich bestätigt fühlen und darauf verweisen, dass er von Nordrhein-Westfalen größeren wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Schaden abgewendet hat. Wer am Ende als Sieger ins Ziel geht, weiß heute noch niemand. Aktuell heißt es, die Pandemie zu bekämpfen und dann die Wirtschaft zu retten.

    Mehr: Der Bund greift derzeit in einem nie da gewesenen Maß in die Wirtschaft ein. Doch diese Rettungspolitik birgt große Schattenseiten.

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Laschet und Söder sind geeignete Kanzlerkandidaten – doch einer hat einen Vorteil"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Bei der gestrigen Regierungserklärung (30.04) wirkte Markus Söder
      sehr klar, sehr genau und sehr verantwortlich in seinen Aussagen.
      Er war in seinen Aussagen präziser, ausführlicher und souveräner als Fr. Merkel.

      Bei Armin Laschet wirkt alles immer sehr stark durch persönliche Motive getrieben.
      Häufig nicht zu Ende gedacht (siehe Schulöffnung in NRW).
      Insofern ist mein Favorit Markus Söder.

    • Weder noch. Ich gehe davon aus, das Frau Merkel uns auch weiterhin erhalten bleibt. Sie ist eben alternativlos. Und außerdem warum soll überhaupt noch gewählt werden. Es läuft doch. Die Presse huldigt der Kanzlerin in einer Weise, die sonst nur in Diktaturen vorkommt. Laschet, Söder, Merz und wie sie alle heißen, müssen sich gedulden und warte, bis die Staatsratsvorsitzende geht.

    • Momentan stehen die Krisenmanager und Ministerpräsidenten notgedrungen im Rampenlicht. Zur Bundestagswahl wird es einen kompetenten Wirtschaftskopf brauchen um das Land wieder aufzubauen, Friedrich Merz bleibt hier erste Wahl. Markus Söder verlöre seinen Heiligenschein außerhalb Bayerns. Jens Spahn ist kein Plus für Armin Laschet sondern zeigt klar auf, dass Spahn sich zu früh der Harmonie zuliebe festgelegt hat. Und eine fünfte Merkel-Amtszeit, hoffen wir mal, dass sie klug genug ist die Finger davon zu lassen...

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