Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Libra wird scheitern, hat aber die internationalen Regulierer aufgerüttelt

Facebooks digitale Währung kann nicht starten, wenn der Druck der Regulierer anhält – immerhin sind die jetzt bei Kryptowährungen aufmerksamer.
Kommentieren
Die Kryptowährung ist ein Herzensprojekt von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Quelle: imago images/photothek
Facebook Libra

Die Kryptowährung ist ein Herzensprojekt von Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

(Foto: imago images/photothek)

So war das nicht geplant. Am Montag soll sich der Verein, der die Kryptowährung Libra steuern wird, offiziell gründen. Doch nur wenige Tage vorher springen wichtige Mitglieder ab. Visa, Mastercard, Paypal und Stripe waren die großen Spieler aus der Bezahlbranche, weltweit anerkannt, mit besten Beziehungen zu Banken und Aufsehern. Die sollten dem von Facebook maßgeblich konzipierten Projekt eigentlich Legitimität verleihen und mit Expertise helfen. Doch die Unternehmen sind abgesprungen, auch weil es zuvor Druck aus der Politik gab.

Für Libra ist es ein schwerer Rückschlag. Doch es verschlimmert nur ein ohnehin schon bestehendes Problem: Wenn die scharfe Kritik von Staatschefs, Aufsehern und Notenbankern weltweit anhält, dann wird die digitale Währung scheitern, egal ob mit oder ohne Visa und Co. Allerdings ist jetzt kein guter Zeitpunkt zum Aufhören. Facebook hat zu viel Zeit und Geld in das Projekt gesteckt, in der Öffentlichkeit zu stark dafür geworben, zu viele Unternehmen hinter sich geschart, um es jetzt schon zu beenden.

Libra ist ein Herzensprojekt von Mark Zuckerberg, Facebooks erfolgsverwöhntem Chef, der am 23. Oktober persönlich zu einer Anhörung nach Washington zitiert wurde, um das Projekt zu rechtfertigen. Und Zuckerberg ist ein Kämpfer. Jetzt nachzugeben würde auch an anderer Stelle nicht gut aussehen. Facebook ist wegen seiner Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf im Visier der Politik.

Die demokratische Kandidatin Elizabeth Warren hat erst am Samstag mit einer viel beachteten Aktion gefordert, dass Facebook die Inhalte der politischen Werbung auf seiner Plattform stärker auf den Wahrheitsgehalt überprüfen muss. Zudem laufen kartellrechtliche Untersuchungen gegen das Soziale Netzwerk, sowie gegen andere große Tech-Konzerne. Jetzt Schwäche zu zeigen und Libra abzublasen, noch bevor es offiziell gestartet ist, gilt daher als unwahrscheinlich.

Im besten Fall wird die digitale Währung als Pilotprojekt in ein paar Märkten getestet werden können. Bis dahin gibt es vielleicht andere Unternehmen, wie Amazon, die mit ihrer eigenen Kryptowährung auf den Markt kommen und der sich Facebook anschließen könnte. Das wäre ein gesichtswahrendes Ende für ein Projekt, das von Anfang an fehlerhaft war.

Immerhin: Libra hat die internationalen Finanzregulierer aufgerüttelt. Nie war die Motivation, gemeinsam Regeln für Kryptowährungen zu finden, so hoch wie seit der Ankündigung des Vorhabens im Juni. Selbst in Deutschland wird über einen E-Euro diskutiert. Dafür sollten wir Facebook dankbar sein, ganz egal wie Libra endet.

Mehr: Der Tech-Konzern bekommt immer mehr Gegenwind zum „Libra"-Projekt. Partner springen ab, Ökonomen äußern Zweifel – und Notenbanker planen bereits eine staatliche Antwort.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Libra wird scheitern, hat aber die internationalen Regulierer aufgerüttelt

0 Kommentare zu "Kommentar: Libra wird scheitern, hat aber die internationalen Regulierer aufgerüttelt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.