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Kommentar Liebe Chefs, sagt Danke – gerade, wenn ihr keinen Corona-Bonus zahlt

Immer mehr Firmen belohnen ihre Angestellten mit einer Krisen-Prämie. Das ist zwar richtig. Doch wer es allein dabei belässt, motiviert seine Belegschaft keineswegs.
16.11.2020 - 20:45 Uhr Kommentieren
Für echte Wertschätzung ist mehr nötig als nur ein Corona-Bonus. Die Motivation und Loyalität der Mitarbeiter lassen sich nicht mit einer einmaligen Prämie erkaufen. Quelle: Sara Kurfess/Unsplash
Zerknitterte Geldschein

Für echte Wertschätzung ist mehr nötig als nur ein Corona-Bonus. Die Motivation und Loyalität der Mitarbeiter lassen sich nicht mit einer einmaligen Prämie erkaufen.

(Foto: Sara Kurfess/Unsplash)

Düsseldorf Von „Höchstleistungen in der Krise“ sprach Joe Kaeser, von Mitarbeitern, die „unermüdlich die Extrameile gehen“. Seine Lobeshymne garnierte der Siemens-Chef mit einer satten Bonuszahlung: Allein hierzulande bekommen alle Mitarbeiter unterhalb des Senior-Managements einmalig 1000 Euro extra.

Siemens war der erste Industriekonzern in Deutschland, der die Leistung der eigenen Belegschaft im Homeoffice und in den Werkshallen mit einem Corona-Bonus goutierte. Schnell folgten weitere Firmen: Microsoft etwa oder Lanxess sowie etliche Mittelständler und Start-ups.

Sicher: Die Symbolik einer Corona-Prämie ist gut. So sollten Chefs die Leistung ihrer Mitarbeiter nicht nur mit warmen Worten, sondern auch monetär wertschätzen – gerade in diesen schwierigen Zeiten. Doch aus der Psychologie ist bekannt: Die Freude über die Einmalzahlung ist schon nach wenigen Wochen verflogen – und damit auch der erhoffte Motivationskick.

Für echte Wertschätzung ist zwingend mehr nötig als eine einzige Überweisung. Schließlich lassen sich Einsatzbereitschaft und Loyalität von Mitarbeitern nicht erkaufen, das geht nur mit ehrlich gemeinter Anerkennung und Dankbarkeit. Und diese müssen Chefs immer wieder zeigen – nicht nur in der Krise.

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    Dass wir uns nicht falsch verstehen: Wenn es die Geschäftslage zulässt, sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern den Bonus überweisen. Und zwar schnell. Nur noch bis Jahresende sind Prämien bis 1500 Euro pro Mitarbeiter steuerfrei.

    Ein niedriger Bonus motiviert die Belegschaft keineswegs

    Und der Bonus sollte keinesfalls zu mickrig ausfallen: Wer 200 Euro überweist, meint es womöglich gut, doch eine solche Summe vermittelt den Mitarbeitern eher das Gefühl, dass ihre Krisenleistung kaum etwas wert war. Im Einzelhandel etwa haben die Mitarbeiter nur so wenig bekommen, dabei war ihre Arbeit alles andere als leicht. So motiviert man niemanden – trotz Prämie.

    Und nicht nur das: Ein solch geringer Corona-Bonus ist viel weniger wert als eine gute Alternative. Davon gibt es viele: extra Urlaubstage etwa oder flexiblere Arbeitszeiten. Chefs sollten in die Belegschaft hineinhorchen, um herauszufinden, wie Abläufe und das Betriebsklima verbessert werden können. Solche Alternativen zum Corona-Bonus helfen gerade jenen Firmen, die sich wegen der Krise keine Extrazahlungen leisten können.

    Was in allen Branchen gilt: Viele Mitarbeiter sind schon jetzt geschafft vom Corona-Jahr 2020, das von ihnen zwischen Homeschooling und Homeoffice einiges abverlangt hat. Da ist Empathie deutlich mehr gefragt als eine Einmalzahlung.

    Also, liebe Chefs: einfach mal ehrlich Danke sagen! Und, wenn möglich: den Corona-Bonus überweisen.

    Mehr: Diese Unternehmen überweisen Mitarbeitern einen Corona-Bonus

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