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Kommentar Lieber jetzt in den Lockdown light als volle Intensivstationen an Weihnachten

Auch der Wirtschaft hilft es nicht, wenn die Infektionszahlen ungebremst und exponentiell steigen. Das zeigt der Vergleich mit der ersten Welle.
27.10.2020 - 18:06 Uhr 1 Kommentar
Harte Corona-Maßnahmen, wie in Barcelona, scheinen auch für Deutschland unausweichlich. Quelle: AFP
Der Lockdown naht

Harte Corona-Maßnahmen, wie in Barcelona, scheinen auch für Deutschland unausweichlich.

(Foto: AFP)

Lieber jetzt einen Lockdown light beschließen, als bis Weihnachten das Gesundheitssystem vor die Wand fahren. Das sind leider die beiden Alternativen, vor denen die Regierenden von Bund und Ländern in dieser Woche stehen. Wie andere EU-Staaten hat es auch Deutschland nicht geschafft, mit minimalen Einschränkungen des lokalen Alltags das Coronavirus in Schach zu halten.

Das lag zum einen daran, dass nach dem sorglosen Sommer alle unterschätzt haben, wie sehr Treffen in geschlossenen Räumen Infektionen befördern. Und zum anderen daran, dass die Gesundheitsämter nicht ausgebaut und digital vernetzt worden sind. Auch Tests sind noch immer nicht an jeder Ecke verfügbar, geschweige denn, dass sie in großer Zahl schnell ausgewertet werden könnten.

Zudem hat es sich als Irrglaube erwiesen, hohe Infektionszahlen für harmlos halten zu können, solange noch viele Klinikbetten frei sind. Wenn jetzt nichts geschieht, sind die Intensivbetten noch lange vor Weihnachten voll.

Der Vergleich verschiedener Regierungsstrategien in der ersten Welle hat gezeigt: Die Lockdowns haben die Wirtschaft in die Rezession gestürzt, je umfassender und länger, desto tiefer.

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    Regierungen, die das Infektionsgeschehen laufen ließen, sind der Rezession aber auch nicht entkommen. Freiwilliges Social Distancing in Kombination mit vielen Erkrankten legten die Betriebe genauso lahm. Die Wirtschaftserholung dauerte anschließend, anders als in Lockdown-Ländern, sehr viel länger.

    Deshalb wäre es vermutlich am wenigsten schädlich – auch für die Wirtschaft –, wenn Deutschland jetzt hart auf die Bremse treten würde. Für zehn Tage (in denen zwei Wochenenden enthalten sein müssten) sollten Restaurants, Kulturveranstaltungen, Fitnessstudios, Fußballstadien schließen und private Treffen von mehr als zwei Haushalten verboten werden. Dafür könnten Schulen, Kitas, Betriebe, Läden und Friseure, anders als im Frühjahr, offen bleiben.



    Das ist hart für die bisher schon am stärksten Corona-gebeutelten Branchen des sozialen Konsums. Ein weiteres Schlittern in den Gesundheitsnotstand würde aber ebenfalls die Gäste abschrecken, zwar erst später, dafür aber länger. Diesen Branchen müsste der Staat danach allerdings viel gezielter helfen als bisher.

    Ein solcher Lockdown light, der weitaus milder und kürzer wäre als im Frühjahr, hätte einen Vorteil. Danach, bei wieder niedrigen Infiziertenzahlen, könnten die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) hoffentlich reichen, wenn sie eingehalten werden. Jedenfalls dann, wenn es endlich gelingt, die Versäumnisse des Sommers – Stichworte Gesundheitsämter und Tests – schnell aufzuholen.

    Mehr: Kommt jetzt der nächste Abschwung?

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Lieber jetzt in den Lockdown light als volle Intensivstationen an Weihnachten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Bitte auch die Sterblichkeitsrate betrachten. Wie sieht es da aus in den letzten 10 Jahren, sind wir in den letzten 6 Covid-Monaten im Durchschnitt? Wie Prozent der Erkrankten müssen intensiv beatmet werden? Wie haben sich diese Zahlen über die letzten Monate entwickelt? Jedes Virus mutiert, ist es aggressiver geworden?
      Persönlich halte ich es für wenig seriös nur auf die Infektionszahlen zu sehen und nicht den Kontext zu betrachten.
      Schutzmaßnahmen halte ich für sinnvoll und richtig. Ein Lockdown muss sehr, sehr, sehr sorgfältig abgewogen werden, er hat auch massive negative Nebenwirkungen.

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