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Kommentar Lieferketten werden der Industrie Probleme bereiten

Beim Hochfahren der Werke sind die Regeln für Mitarbeiter einhaltbar. Komplex ist aber die Lieferkette: Fehlt nur ein Teil, geht gar nichts mehr.
15.04.2020 - 16:26 Uhr Kommentieren
In den deutschen Werken des Konzerns soll die Produktion Ende April wieder anlaufen. Quelle: Imago
Volkswagen

In den deutschen Werken des Konzerns soll die Produktion Ende April wieder anlaufen.

(Foto: Imago)

Beim bevorstehenden Hochfahren der Produktion in Coronazeiten hat die Industrie zwei große Probleme: Das erste ist der höchstmögliche Schutz der Beschäftigten. Das wird zwar im Alltag beschwerlich, ist aber machbar. Trennwände an Kantinentischen und Abstand an der Produktionslinie lassen sich organisieren. Und wenn die Kantine geschlossen bleibt, geht es eben auch mit Stulle und Thermoskanne.

Stoßzeiten beim Schichtwechsel lassen sich durch weitere Kontrollpunkte am Werkstor entzerren. Und Schreibtischtäter müssen wohl noch länger im Heimbüro arbeiten, damit mehr Platz im Unternehmen ist. Auch dass sich Teams beim Schichtwechsel nicht direkt begegnen, lässt sich einrichten. Disziplin beim heimischen Fiebermessen und konsequentes Zuhausebleiben im Krankheitsfall kann das Unternehmen einfordern.

Das obligatorische Tragen eines Mundschutzes scheint sich zumindest in China bewährt zu haben. Viele deutsche Konzerne haben Werke in China und damit Anschauungsunterricht im eigenen Haus, wie sich mit Corona wieder produzieren lässt.

Beim Zulieferer ZF beispielsweise schöpfen die 40 Werke im Reich der Mitte inzwischen ihre Kapazitäten wieder zu 90 Prozent aus. Arbeitsprozesse lassen sich so organisieren, dass immer eine Taycan-Breite zwischen den Mitarbeitern herrscht. Auf diese neue Maßeinheit bereitet Porsche seine Mannschaft vor. Damit bekommen die Unternehmen Produktion und Arbeitsorganisation in den Griff.

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    Große Probleme werden allerdings die Lieferketten bereiten. Das Hochfahren der Fabriken an sich ist zwar nicht anders als nach Betriebsferien. Da geht es auch nicht gleich mit 100 Prozent los. Moderne Autohersteller haben aber praktisch kein Lager. Alles kommt direkt vom Zulieferer ans Band. Fehlt nur ein Teil, geht nichts mehr. Autos werden nicht ohne Außenspiegel oder Bremsen ausgeliefert. Porsche bekommt beispielsweise Bremsen von Brembo bei Bergamo.

    Und weil Norditalien mit seinen über 1000 Metallbetrieben noch Ausgangssperre bis 3. Mai hat, lässt sich nicht viel planen. Eine Hochleistungsbremse lässt sich – schon allein wegen technischer Genehmigungsprozesse – nicht einfach durch die eines anderen Herstellers ersetzen.

    Aus Gründen wie diesem schwitzen derzeit in den Unternehmen die Produktions-, Einkaufs- und Logistikexperten über der Vorbereitung des Neustarts. Letztendlich muss jedes Unternehmen selbst über den Zeitpunkt entscheiden. Klar ist, wenn es losgeht, geht es wegen Corona langsamer los. Aber man darf sich nichts vormachen. Hochleistungsindustrie wie der Autobau lohnt nur bei Kapazitätsauslastung. Mit einer Schicht werden die Kosten dauerhaft nicht gedeckt. Eine ruhige Kugel lässt sich bei den Kapitalkosten nicht schieben.

    Mehr: Volkswagen will Ende April in Deutschland wieder Autos bauen.

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