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Kommentar Loewe hat sich nicht rechtzeitig auf die gewaltigen Veränderungen eingestellt

Der deutschen Unterhaltungselektronik könnte es gut gehen, wenn sie sich an Marken wie Adidas orientiert hätte. Nun wird sie bitter bestraft.
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Durch die Pleite des Technikkonzerns verlieren 400 Menschen ihren Arbeitsplatz. Quelle: dpa
Loewe

Durch die Pleite des Technikkonzerns verlieren 400 Menschen ihren Arbeitsplatz.

(Foto: dpa)

Aus und vorbei. Seit diesem Montag ruhen die Bänder beim Fernsehgerätehersteller Loewe in Kronach. Der 96 Jahre alte Technikkonzern ist pleite, 400 Mitarbeiter stehen auf der Straße. Dass in dem fränkischen Städtchen jemals wieder in großem Stil TV-Apparate entstehen, ist so gut wie ausgeschlossen, selbst wenn sich in letzter Minute noch ein neuer Investor finden sollte.

Das einzig Überraschende an der Insolvenz ist, dass sie jetzt erst kommt. Fast die gesamte deutsche Konkurrenz musste schon vor Jahren aufgeben, und selbst Loewe war ja bereits einmal zahlungsunfähig. Dass einst große Namen wie Grundig, Saba und Telefunken untergegangen sind und Loewe sich gerade verabschiedet, hat einen Grund: Das Management hat versagt, weil es sich auf die gewaltigen Veränderungen im Markt nicht rechtzeitig eingestellt hat.

Dabei hätten sich Loewe und Co. ein Beispiel an den Turnschuh-Herstellern Adidas und Puma nehmen sollen. Die haben unter dem Druck des Wettbewerbs durch Nike bereits in den 1980er-Jahren ihre Fabriken in Europa komplett geschlossen und die Fertigung ins günstige Asien verlagert.

Ihre Kernkompetenz in Entwicklung, Design und Marketing haben die Marken aber behalten. Es waren radikale Einschnitte, doch heute stehen viele deutsche und europäische Sportfirmen so gut da wie nie.

Adidas beschäftigt inzwischen am Stammsitz in Herzogenaurach fast 6000 Mitarbeiter. Mehr noch: Durch den gewaltigen Strategieschwenk gelang es den westlichen Marken auch, die Konkurrenz aus Fernost klein zu halten. Ein Grund: Die Labels aus China und Korea hatten nie einen Preisvorteil.

Die einst so bekannten Namen der deutschen Unterhaltungselektronik haben diesen Wandel gescheut und wurden dafür bitter bestraft. Dabei hätten sie in den vergangenen Jahren gute Geschäfte machen können. Die Umsätze mit tragbaren und drahtlosen Lautsprechern sowie mit Kopfhörern klettern kräftig.

Doch wo früher im Wohnzimmer die Stereoanlage von Nordmende und der Plattenspieler von Dual standen, da prangt heute der Schriftzug von Bose oder Samsung, von Firmen, die den Umbruch aktiv vorangetrieben haben.

Verschwindet die Unterhaltungselektronik mit dem Untergang von Loewe nun aus Deutschland? Das ist nicht gesagt. Nie war es so einfach, mit einem neuen Label zu starten oder ein altes wiederzubeleben. Eigene Fabriken braucht niemand mehr, Produktionskapazitäten lassen sich zukaufen, Rechnerleistung gibt es in der Cloud, und Prototypen kommen kostengünstig aus dem 3D-Drucker. Gut möglich also, dass in den nächsten Jahren ein deutsches Start-up in dieser traditionsreichen Branche reüssiert.

Mehr: Die Krise bei Loewe verschärft sich dramatisch: Dem Traditionsunternehmen geht das Geld aus. Mehr als der Markenname wird wohl nicht übrig bleiben.

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