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Kommentar Lohscheller verwendet die falsche Motivationsformel für die Opel-Mitarbeiter

Firmenchef Michael Lohscheller will die Moral der Opel-Truppe mit guten Zahlen beflügeln. Das geht schief. Das Vertrauen in Opel ist verloren.
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„Ich will die Moral des Teams stärken, denn Opel ist jetzt wieder eine Gewinnermarke“, sagt der Opel-Chef. Quelle: dpa
Michael Lohscheller

„Ich will die Moral des Teams stärken, denn Opel ist jetzt wieder eine Gewinnermarke“, sagt der Opel-Chef.

(Foto: dpa)

Keine Frage: Opel-Chef Michael Lohscheller hat binnen zweieinhalb Jahren an der Spitze des Autobauers mehr erreicht als alle seine Vorgänger in zwei Dekaden zuvor.

Die einst chronisch defizitäre Marke mit dem Blitz schreibt wieder Gewinne und hat unter dem Dach der französischen Mutter PSA (Peugeot, Citroën, DS) tatsächlich eine realistische Chance, den Strukturwandel der Fahrzeugindustrie zu meistern.

„Was noch ein bisschen fehlt, ist Selbstvertrauen“, merkte Lohscheller im Juli selbstkritisch an. „Ich will die Moral des Teams stärken, denn Opel ist jetzt wieder eine Gewinnermarke.“

Der baumlange Manager schwört bei diesem Vorhaben auf eine simple Formel: gute Kennzahlen ist gleich gute Stimmung. Stimmt der Cashflow, steigt das Selbstwertgefühl automatisch. Leider ist diese Gleichung ein gefährlicher Trugschluss.

Viele Mitarbeiter haben längst den Glauben an die Zukunftsfähigkeit von Opel verloren. Sie sind demoralisiert. Dass das Unternehmen nun 27 Beschäftigten kündigt, die sich weigern, zu dem Dienstleister Segula zu wechseln, empfinden sie als beispiellosen Affront.

Zwar haben sich bei der strategischen Partnerschaft zwischen Opel und Segula alle Seiten verrannt – die Konzerne, der Betriebsrat und die Gewerkschaft. Aber die Konsequenzen der Kooperation verstärken symbolisch bei vielen Fachkräften den Eindruck, Opel schreibe seine Gewinne auf ihre Kosten.

Unter Lohschellers Führung hat der Autobauer bereits den Abbau von 6.800 Stellen besiegelt. Und längst werden in Rüsselsheim die nächsten Einschnitte vorbereitet. In Schmiede, Werkzeugbau, Getriebewerk, Teilelager und Presswerk wackeln Hunderte Jobs. Die Opel-Mitarbeiter sehnen sich nach Ruhe. Genau die kann Lohscheller seiner Truppe aber nicht bieten. Er wird weitersanieren. Die spezifischen Gründe dafür sollte er viel offener kommunzieren. Andernfalls riskiert er, das Vertrauen seiner Mitarbeiter völlig zu verlieren und damit seine treuesten Markenbotschafter.

Mehr: Mehr als zwei Dutzend Opel-Fachkräfte haben am Freitag die Kündigung erhalten. Sie weigern sich, zu dem Dienstleister Segula zu wechseln.

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