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Kommentar Luftfahrt-Regulierung: Der Sonderstatus der Airlines ist aus der Zeit gefallen

Der Entzug von Stimmrechten zeigt: Die Regulierung der Luftfahrt muss überarbeitet werden. Die Branche sollte wie andere endlich der WTO unterstellt werden.
05.01.2021 - 18:40 Uhr Kommentieren
Die zur IAG-Gruppe gehörende Airline leidet unter dem Brexit und der Pandemie. Quelle: Reuters
Terminal von British Airways am Flughafen JFK in New York

Die zur IAG-Gruppe gehörende Airline leidet unter dem Brexit und der Pandemie.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Es ist ein bisher einmaliger Vorgang. Fluggesellschaften entziehen Teilen ihrer britischen Investoren die Stimmrechte. Die Regulierung zwingt sie nach dem erfolgten EU-Ausstieg der Briten dazu. Nur wer mehrheitlich im Besitz europäischer Investoren ist, kann sich seiner Verkehrsrechte sicher sein.

Niemals zuvor hat sich deutlicher gezeigt, dass die Regulierung der weltweiten Luftfahrt aus der Zeit gefallen ist. Weder passt sie zu den Marktgegebenheiten, noch hilft sie der Branche dabei, die eigene Attraktivität an den Kapitalmärkten zu sichern. Gerade jetzt, in der Pandemie, braucht die Branche aber das Vertrauen der Investoren. Es ist an der Zeit, das Regelwerk zu überdenken.

Fluggesellschaften waren viele Jahrzehnte der Flaggenträger einer Nation. Die Regierungen wollten die Anbindung ihres Landes an den Luftverkehr nicht Entscheidern in fremden Ländern überlassen. Deshalb waren viele Airlines zu Beginn in staatlicher Hand.

Doch das Luftfahrtgeschäft hat sich radikal verändert. Billiganbieter kamen auf. Staatliche Airlines vom Persischen Golf und aus der Türkei drängten mit Macht in den Markt. Nicht zu vergessen sind die großen Anbieter aus China.

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Standort erkennen

    Der Wettbewerb ist heute ein anderer. Größe ist entscheidend, um bestehen zu können. Die strengen Eigentümerregeln verhindern das. Um dennoch mitzuhalten, gründeten die Fluggesellschaften Luftfahrt-Allianzen. Doch deren Wirksamkeit ist begrenzt. Sie werden immer häufiger durch bilaterale und vertiefte Partnerschaften ersetzt. Auch die können allerdings eine echte Konsolidierung nicht ersetzen.

    In großen Märkten wie etwa den USA kam es zudem zu einer Art „internen“ Konsolidierung. Es entstanden vier große Airlines, die den gewaltigen US-Markt unter sich aufgeteilt und für andere abgeriegelt haben. Das wiederum ist ordnungspolitisch kaum das, was angestrebt werden sollte.

    Der Wettbewerb hat sich verändert

    Gerade das Beispiel der britisch-spanischen Airline-Gruppe IAG führt vor Augen, wie anachronistisch die Vorgaben mittlerweile sind. Durch den Zusammenschluss von British Airways und Iberia wurde schon vor Jahren ein Unternehmen geschaffen, das bis heute als Vorbild für andere gilt. Nun, wo die Briten aus der EU ausgetreten sind, muss der Verwaltungsrat allerlei Klimmzüge machen, um diesen Erfolg abzusichern.

    Vor vielen Jahrzehnten wurde die Luftfahrt teilliberalisiert. Jetzt sollte auch der Rest „freigegeben“ werden. Natürlich braucht die Branche Leitplanken. Doch es gibt mit der WTO einen Wettbewerbsmechanismus, der in vielen Industrien funktioniert. Bisher ist die Luftfahrt der WTO nicht unterstellt. Das sollte geändert und der Sonderstatus der Branche beendet werden.

    Mehr: Staatshilfen für die Luftfahrt - warum Geld allein nicht reicht

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