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Kommentar Lufthansa braucht mehr Demut im Umgang mit EU-Politikern

Eine bärbeißige EU-Kommission, eine wankelmütige Bundesregierung – jetzt rächt sich das zuweilen unglückliche Agieren der Lufthansa gegenüber der Politik.
31.05.2021 - 12:49 Uhr 1 Kommentar
Europas größte Airline-Gruppe arbeitet am Plan, so schnell es geht, wieder unabhängig vom Staat zu werden. Quelle: dpa
Lufthansa-Jets auf dem Flughafen in Berlin

Europas größte Airline-Gruppe arbeitet am Plan, so schnell es geht, wieder unabhängig vom Staat zu werden.

(Foto: dpa)

Das Verhältnis zwischen Lufthansa und der Politik ist derzeit ein besonderes. Europas größte Airline-Gruppe steckt wie die gesamte Branche in ihrer bislang größten Krise. Der Staat musste nicht nur finanziell einspringen, er ist auch zum größten Einzelaktionär des Konzerns geworden.

Das ist für alle Beteiligten eine ungewohnte Situation, die an der einen oder anderen Stelle zu Reibereien führt. Dennoch ist der Frust, der in den Gesprächen mit Führungskräften der Lufthansa zu spüren ist, nachvollziehbar. Der Airline werden beim Neustart einige Steine in den Weg gelegt. Hinzu kommen Entwicklungen, die zumindest irritierend sind.

Ein Beispiel ist die französisch-niederländische Air France-KLM. EU-Richter haben jüngst aufgrund einer Klage von Ryanair die Freigabe der 3,4 Milliarden Euro schweren Staatshilfe für die niederländische KLM gekippt. Die weitaus größeren Hilfen des französischen Staates für Air France wurden dagegen nicht moniert.

Das nährt den Verdacht, dass aufseiten der EU mit zweierlei Maß gemessen wird und man nur dort durchgreift, wo die Regierung die eigene Wirtschaft nicht so stark schützt, wie es etwa Frankreich tut. Brüssel weist solche Vorwürfe stets vehement von sich. Und am Ende hilft es der Lufthansa auch nicht, darüber zu lamentieren.

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    Der betont kritische Blick der EU-Kommission auf Lufthansa hat nämlich eine Historie. In den zurückliegenden Jahren sind Lufthansa und die EU-Kartellwächter mehrfach aneinandergeraten – etwa bei der Übernahme der österreichischen AUA oder großer Teile der insolventen Air Berlin.

    Die Lufthansa-Vertreter gaben sich damals viel zu selbstsicher. Das hat einen nachhaltig negativen Eindruck in Brüssel hinterlassen. Befeuert wird diese Situation von dem ebenfalls schwierigen Verhältnis zwischen der EU-Kommission und der Bundesregierung.

    „Kontaktpflege“ in Brüssel

    Für den großen Plan der Lufthansa-Spitze, möglichst schnell wieder unabhängig vom Staat zu werden, ist das sicherlich eine schwierige Gemengelage. Doch es ist auch eine Chance, das Thema „Political Affairs“ neu zu denken. Ein etwas demütigerer Auftritt könnte hier helfen.

    Erste Ansätze einer neuen politischen Arbeit sind bereits erkennbar. Peter Gerber, der frühere CEO von Lufthansa Cargo und aktuell Chef der Tochter Brussels Airlines, hat vor Kurzem die „Kontaktpflege“ in Brüssel übernommen. In seiner bisherigen Karriere hat er es stets verstanden, seine Ziele mit Zuhören und sachlichen Argumenten durchzusetzen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    Mehr: Flugbuchungen steigen: Airlines erleben Kundenansturm

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Lufthansa braucht mehr Demut im Umgang mit EU-Politikern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Der Staat musste nicht nur finanziell einspringen, er ist auch zum größten Einzelaktionär des Konzerns geworden."
      Scholz hat der freien Wirtschaft gedroht sich ja nicht in dieser Staatsbeteiligung und vermeintlichen Rettung einzumischen. Peter Thiel und andere Investoren wären gerne bereit gewesen der Lufthansa massiv zu helfen. Doch Scholz wollte 20% der Aktien zu einem Kurs deutlich unter 3 Euro und ermöglichte dann Kredite über 9 Milliarden für bis zu 9,5% Zinsen.
      Eine gute Hilfe für Unternehmen sieht anders aus, Gastwirte und andere gebeutelte Unternehmen bekamen einen Zuschuss und keine Kredite.
      Es ist also FALSCH, dass der Staat einspringen MUSSTE, Scholz wollte es so und erzwang den Deal.
      Scholz ist ein knallharter Spekulant und ähnlich wie Spahn ein Steuergeldverschwender.

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