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Kommentar Manager wie der scheidende Airbus-Chef brauchen keine goldenen Fallschirme

Die Zeiten der Überversorgung sind nicht vorbei. Das Beispiel von Tom Enders zeigt, dass man üppige Abfindungen hinterfragen sollte.
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Bei Airbus gilt: Wer geht, bekommt noch anderthalb Basisvergütungen nachgeworfen. Quelle: dpa
Tom Enders

Bei Airbus gilt: Wer geht, bekommt noch anderthalb Basisvergütungen nachgeworfen.

(Foto: dpa)

Nichts liegt näher, als die berufliche Vergangenheit des Thomas Enders zu bemühen. Airbus schenkt dem ehemaligen Fallschirmspringer zum Abschied einen goldenen Fallschirm. Fast 37 Millionen Euro nimmt „Major Tom“ mit in den Ruhestand.

Darf man sich darüber aufregen? Man darf, man sollte sogar. Vertragsrechtlich, keine Frage, hat das alles seine Ordnung. Die Zeiten, in denen ausscheidenden Managern auf den letzten Metern und ohne Grundlage millionenschwere Goodies zugeschustert werden, sind vorbei.

Kein Aufsichtsrat will sich heute wie bei Mannesmann vorwerfen lassen, Firmenvermögen veruntreut zu haben. Also wird alles zuvor rechtlich wasserdicht gemacht.

Im Fall Enders ist der Pensionsanspruch über 26 Millionen Euro nicht das eigentliche Problem – auch wenn der recht üppig erscheint. Die Frage lautet, warum ein Frührentner dafür bezahlt wird, dass er keinen Job etwa beim Erzrivalen Boeing annimmt.

3,6 Millionen Euro bekommt Enders als Kompensation für eine Konkurrenzsperre von mindestens einem Jahr. Konkurrenzsperre? Enders ist 60 Jahre alt. Falls der drahtige Manager ein neues Engagement eingehen sollte, dann allenfalls als selbstständiger Berater oder Aufsichtsrat. Doch die Regel ist eben so bei Airbus: Wer geht, bekommt noch anderthalb Basisvergütungen nachgeworfen.

Immer wieder versorgen Unternehmen ihre Führungskräfte mit goldenen Fallschirmen. Wo bleibt das wirtschaftliche Eigenrisiko, das diese Führungskräfte angeblich eingehen und für das sie ja bestens bezahlt werden?

Enders hat der Bundesregierung in der Rüstungsexportpolitik gerade „moralischen Rigorismus“ vorgeworfen. Diesem Vorwurf sind auch Kritiker ausufernder Managervergütung ausgesetzt. Aber man muss die Moral gar nicht bemühen. Manager sollten einfach mal auf die Straße schauen, was im wirklichen Leben los ist.

Dann würden sie rigoros einige der eigenen Vergütungszusagen streichen.

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