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Kommentar Manchmal landet das Geld der Steuerzahler auch im richtigen Unternehmen

Selbst diejenigen, die Staatshilfen für Teufelszeug halten, dürften bei der Lufthansa ein gewisses Einsehen haben. Sie hat gute Überlebenschancen.
12.11.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Bevor ihr von heute auf morgen wegen Corona das Geschäft wegbrach, war die Lufthansa ein gesundes und profitables Unternehmen. Quelle: Imago
Lufthansa

Bevor ihr von heute auf morgen wegen Corona das Geschäft wegbrach, war die Lufthansa ein gesundes und profitables Unternehmen.

(Foto: Imago)

Staatshilfen für große börsennotierte Konzerne sind eine heikle Sache, selbst in der schwersten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression. Jedes Mal, wenn über neue Fälle spekuliert wird, dann heißt es – und das völlig zurecht: Muss das wirklich sein?

So auch jetzt wieder bei Thyssen-Krupp und Tui. Zumal es für den Reisekonzern Tui nicht die erste Finanzspritze aus Berlin wäre. Während über Staatshilfe für die einen spekuliert wird, platziert die Lufthansa, die noch im Mai mit neun Milliarden Euro aus Berlin gerettet wurde, eine mehrfach überzeichnete Wandelanleihe in Höhe von 600 Millionen Euro. Die kam bei den Investoren sogar so gut an, dass die Airline den Zins senkte und das Gesamtvolumen aufstockte.

Corona hin oder her. Da fragt man sich schon, ob das Geld der Steuerzahler an der richtigen Stelle, besser gesagt im richtigen Unternehmen landet. Natürlich ist jeder Fall anders und muss für sich bewertet werden. Bei Lufthansa dürften aber selbst diejenigen, die Staatshilfen, ob als Kredit oder (noch schlimmer) in Form von Anteilen, für Teufelszeug halten, ein Einsehen haben.

Die Lufthansa war, bevor ihr von heute auf morgen wegen Corona das Geschäft wegbrach, ein gesundes und profitables Unternehmen. Und vor allem eins mit tragfähigem Geschäftsmodell und Zukunft. Natürlich weiß keiner, ob die Menschen, wenn die Pandemie unter Kontrolle ist, je wieder so viel fliegen werden, wie zuvor.

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    Aber klar ist: Die Lufthansa hat auch in geschrumpftem Format gute Chancen, im Wettbewerb zu bestehen und wieder zu wachsen. Die Staatshilfe hat die Airline über den ersten tiefen Coronaschock gerettet. Daran glauben aber auch Investoren. Sonst würden sie dem Unternehmen jetzt kein Geld geben und wieder Aktien kaufen.

    Ähnlich sieht es bei Adidas aus. Als die Geschäfte im ersten Lockdown geschlossen werden mussten, hatte sich der Dax-Konzern Kredite über drei Milliarden Euro gesichert, 2,4 Milliarden davon stammten von der KfW. Die gesamte Kreditlinie ist im Oktober laut Adidas abgelöst worden. Stattdessen hat sich das Unternehmen Darlehen von privaten Banken und über Anleihen besorgt. Auch da scheint Vertrauen zurückzukehren.

    Ganz anders dagegen der Fall Thyssen-Krupp. Die IG Metall trommelt seit Wochen für einen Einstieg des Bundes oder des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Politiker, ob in Berlin oder in Düsseldorf, dürften aber verständlicherweise große Schwierigkeiten haben, Staatshilfen oder gar eine Beteiligung zu begründen. Der Konzern leidet nicht so sehr unter Corona, sondern vor allem unter einem ständigen Strategie-Wechsel und der Uneinigkeit der Gesellschafter.

    Mehr: Lufthansa platziert Wandelanleihe über 600 Millionen Euro.

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