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Kommentar Mark Carney wäre ein gute Wahl als IWF-Chef

Der britische Notenbankchef ist ein erfahrener Zentralbanker. In Paris und Berlin dürfte er vor allem wegen seiner Meinung zum Brexit gut ankommen.
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Carney ist Kanadier, hat aber auch die britische und irische Staatsbürgerschaft. Quelle: AP
Mark Carney

Carney ist Kanadier, hat aber auch die britische und irische Staatsbürgerschaft.

(Foto: AP)

London Noch hat er seine Kandidatur nicht einmal erklärt. Doch Mark Carney ist der frühe Favorit auf den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Der britische Notenbankchef soll die Unterstützung Deutschlands und Frankreichs haben, auch wenn das in Berlin und Paris noch dementiert wird.

Carney wäre eine gute Wahl. Er ist einer der erfahrensten und angesehensten Zentralbanker der Welt. Seit 2013 führt er die Bank of England mit ruhiger Hand. Von 2011 bis 2018 war er zudem Vorsitzender des Internationalen Finanzstabilitätsrats, welcher das globale Finanzsystem überwacht und Standards formuliert. In dieser Rolle hatte er bereits eng mit dem IWF zusammengearbeitet, unter anderem bei der Entwicklung eines Frühwarnsystems für Krisen.

In Paris und Berlin dürfte Carney auch hochangerechnet werden, dass er sich offen gegen den Brexit positionierte. Während ihn das auf dem Kontinent populär macht, kann er von der neuen britischen Regierung keine Unterstützung erwarten. Sollte wie erwartet Boris Johnson Premierminister werden, würde das Land auf einen ungeordneten Brexit am 31. Oktober zusteuern. Seit Jahren bereits betrachtet der konservative Brexit-Hardliner Carney mit großer Skepsis.
Gegen Carney spricht auf dem Papier nur, dass er Kanadier ist. Damit verstößt er gegen das ungeschriebene Gesetz, dass die Europäer den IWF-Posten besetzen, während die USA den Weltbankchef stellen. Doch können die Europäer sich einreden, dass Carney einer der Ihren ist, weil er auch die britische und irische Staatsbürgerschaft besitzt.

Künftig sollte die Nationalität ohnehin kein Hinderungsgrund sein, einen qualifizierten Kandidaten zu ernennen. Die informelle Regelung zwischen der EU und den USA wirkt zunehmend überholt. Auch die Schwellenländer sollten bei der Besetzung der beiden internationalen Spitzenposten zum Zuge kommen. Der Verweis auf die Tradition ist kein gutes Argument, ihnen den Zugang zu verwehren.

Mehr: Auf dem EU-Gipfel soll informell über einen möglichen neuen IWF-Chef gesprochen worden sein. Danach wollen die Europäer Mark Carney zu Lagardes Nachfolger machen.

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