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Kommentar Mark Zuckerberg reicht die Verantwortung weiter

Der CEO verspricht, die Probleme von Facebook anzugehen. Bei wichtigen Fragen aber weist er die Verantwortung zur Lösung des Problems anderen zu.
18.02.2020 - 16:17 Uhr Kommentieren
Die Vorschläge des CEOs sind nicht viel mehr als Nebelkerzen, um einen klaren Blick auf die einzig richtige Lösung zu verhindern. Quelle: Reuters
Mark Zuckerberg in Brüssel

Die Vorschläge des CEOs sind nicht viel mehr als Nebelkerzen, um einen klaren Blick auf die einzig richtige Lösung zu verhindern.

(Foto: Reuters)

Facebook-Chef Mark Zuckerberg wollte sich auf seiner Europa-Tour als empathischer Macher inszenieren: Er verstehe den Frust über US-Tech-Firmen, ließ er wissen, und er werde auf die Kritik reagieren. Schon vor seinem ersten Auftritt ließ Zuckerberg ein Zitat verbreiten, das ihn offen zeigte für eine Reform des globalen Steuersystems, nach der Technologieunternehmen stärker zur Kasse gebeten werden.

Kurz darauf präsentierte er in Brüssel ein 13-seitiges Papier mit Ideen für die Regulierung von Internetfirmen. Im Kern sollen Netzwerke demnach eine Infrastruktur aufbauen, die Hass im Netz begrenzt. Zudem sollen sie offenlegen, wie umfangreich und in welcher Zeit sie diese Inhalte gelöscht haben.

Sehr konkret war das nicht. Aber konkret genug, um darin die Methode Zuckerbergs zu erkennen: Er gesteht Fehler ein, gelobt Besserung, verspricht technische Verbesserungen. Doch die Verantwortung zur tatsächlichen Lösung des Problems weist er anderen zu. Der OECD etwa, die die Besteuerung von Internetfirmen neu regeln soll, oder den Regulierungsbehörden, die er zu schärferen Regeln für soziale Netzwerke aufruft.

Das ist ein Spiel auf Zeit, denn Zuckerberg und seine Berater wissen, dass es mitunter viele Jahre dauert, bis sich Organisationen wie die OECD auf neue Regeln verständigt haben. Facebook hat zwar wirksame Systeme auf Basis von Künstlicher Intelligenz entwickelt, um Hassbotschaften herauszufiltern.

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    Wenn es Zuckerberg aber wirklich ernst meinen würde, hätte er zum Beispiel politische Werbung auf seinen Plattformen verboten. Er wartet darauf, dass diese Entscheidung andere treffen.

    Der Kurznachrichtendienst Twitter ist einen solchen Weg gegangen. Facebook dagegen löscht mitunter nicht einmal dann politische Werbebotschaften, wenn sie erkennbar Lügen enthalten.

    Zuckerbergs Vorschläge sind daher nicht viel mehr als Nebelkerzen, um einen klaren Blick auf die einzig richtige Lösung zu verhindern: eine deutlich schärfere Regulierung von Internetfirmen. Die EU hat das durchschaut und Facebook abblitzen lassen.

    Zu langsam sei das Netzwerk mit Ideen, wie die Flut illegaler Inhalte tatsächlich gestoppt werden kann, monierte Binnenmarktkommissar Thierry Breton nach einem Treffen mit Zuckerberg. Nun werde sich die EU des Themas annehmen.

    Das Zuckerberg-Kalkül, wonach politische Prozesse zu langsam sind für das schnelle digitale Geschäft, scheint nicht mehr aufzugehen. Zumindest, wenn die EU-Kommission nun konkrete Vorgaben für die Löschung schädlicher Inhalte macht – und der immer engeren Verflechtung von Facebook, Instagram und WhatsApp Einhalt gebietet.

    Am Ende seines Europa-Trips dürfte für Zuckerberg die Erkenntnis stehen, dass sich sein Netzwerk stärker ändern muss, als er gehofft hatte.

    Mehr: Der Facebook-Chef hat Vorschläge zur Regulierung sozialer Netzwerke vorgelegt.

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