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Kommentar Markus Söder ist als CSU-Chef mehr Einzelspieler denn Teamplayer

Der neue Parteichef fordert von den Christsozialen mehr Geschlossenheit. Aber Söder kämpft schon zum Start mit einem Glaubwürdigkeitsproblem.
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Der neue Parteivorsitzende galt lange als „Spalter“. Quelle: AFP
Markus Söder

Der neue Parteivorsitzende galt lange als „Spalter“.

(Foto: AFP)

Markus Söder hat sich bei seinem politischen Aufstieg nicht gerade einen Ruf als guter Teamplayer erworben. Nun fordert Söder Geschlossenheit von der CSU, die am Wochenende den Wechsel an der Parteispitze vollzog. „Lasst uns endlich damit anfangen, nur noch gut über uns zu reden, einander zu stärken und aus großartigen Solisten ein noch besseres Orchester zu machen“, ermahnte der neue Chef die Delegierten auf dem Parteitag. Doch für diesen Appell fehlt ihm die Glaubwürdigkeit.

Der langjährige Obersolist Söder hat nämlich einen beträchtlichen Anteil daran, dass das CSU-Orchester die Wähler mit schiefen Tönen verschreckte. Dem Franken hängt das Image des Spalters an, der bei seinem Weg nach oben wenig Rücksicht auf Verluste nahm. Sein Vorgänger Horst Seehofer bescheinigte Söder den Hang zu „Schmutzeleien“, außerdem sei sein Erzrivale von „Ehrgeiz zerfressen“.

Auch Söders versöhnliche Töne in Richtung CDU wirken opportunistisch. Noch im Sommer 2018 heizte der bayerische Ministerpräsident den Streit über die Flüchtlingspolitik an, der die Union an den Rand der Spaltung brachte. Die Strategie, damit Wähler von der AfD zurückzugewinnen, zahlte sich bei der Landtagswahl bekanntlich nicht aus. Jetzt beschwört Söder die Harmonie der Schwesterparteien, die eine „gemeinsame neue Stärke von CDU und CSU“ begründen soll.

Der erste Test, ob sich die CSU von ihrem Absturz erholen kann, ist die Europawahl im Mai. Söder, der bereits das Ende des „geordneten Multilateralismus“ in Europa ausgerufen hatte, gibt sich neuerdings als Freund der EU. Die CSU werde sich „als ureuropäische Partei“ gegen die spalterischen Tendenzen von Nationalisten und Populisten stemmen, sagte er auf dem Parteitag.

Die Frage ist, ob die Wähler den neuen Söder-Sound als aufrichtig empfinden. Auch in der Partei scheint es Zweifel zu geben: Bei der Wahl zum CSU-Chef erhielt Söder mit 87,4 Prozent weniger Zustimmung als erhofft.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Markus Söder ist als CSU-Chef mehr Einzelspieler denn Teamplayer"

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  • Markus Söder hat auf dem CSU-Sonderparteitag in München unter anderem festgestellt:
    „Die CSU war nie die Partei der Prosecco-Trinker, sie war immer die Partei der Leberkäs-Etage.“

    Das hat mich doch sehr an Franz Josef Strauß erinnert.
    Der hat einmal zu Edmund Stoiber gesagt:
    „Lieber Edmund, in der Leberkäs-Etage sind wir zu Hause. Aber wir müssen uns, um erfolgreich zu sein, auch in der Champagner-Etage bewegen können.“
    Was mir an Strauß besonders gefallen hat: Er hatte alle Etagen des bayerischen Hauses fest im Blick!