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Kommentar Megadeals in der Pharmabranche sind kein Zeichen bester Gesundheit

Die Fusion von Bristol-Myers Squibb und Celgene darf nicht über die Schwächen hinwegtäuschen. Die Branche ist nicht so innovativ, wie sie sich gibt.
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Der Konzern übernimmt den Biotech-Anbieter Celgene. Quelle: Reuters
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Der Konzern übernimmt den Biotech-Anbieter Celgene.

(Foto: Reuters)

Ein Megadeal zum Jahresbeginn. Der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb übernimmt den den Biotech-Anbieter Celgene für 74 Milliarden Dollar, und der Celgene-Kurs schießt um fast 30 Prozent nach oben. Grund für Euphorie in der Pharmawelt? Wohl kaum. Anleger sollten sich von den Milliarden und Kursreaktionen nicht blenden lassen.

Denn abgesehen davon, dass der Aktienkurs von Celgene auch jetzt noch weit unter dem Stand vom Sommer liegt, sind Megadeals in der Pharmabranche kein Zeichen bester Gesundheit. Im Gegenteil: Übernahmen sind oft ein Signal, dass die Unternehmen in ihren eigenen Labors nicht mehr genug neue Medikamente entwickeln. Ihre eigenen Patente laufen ab, und sie müssen sich die neuen Produkte extern einkaufen.

Da passt es, dass die Kassen in der Pharmabranche gut gefüllt sind. Viele US-Unternehmen haben im Zuge der Steuerreform im Ausland geparktes Geld ohne große Verluste zurückgeholt. Und obendrein im vergangenen Jahr dank der Unternehmensteuerreform bestens verdient. Die Kriegskassen sind gefüllt.

Vor allem neue, extrem teure und individualisierte Krebstherapien sind für die Unternehmen attraktiv. Solche Unternehmen stehen bevorzugt auf der Einkaufsliste.

Bei den bewährten Medikamenten setzen die Hersteller dagegen auf ebenso altbewährte Strategien: Preise hochsetzen und die Konkurrenz so lange wie möglich blockieren. Eine neue US-Studie zeigt, dass es in der Branche mit der vorübergehenden neuen Bescheidenheit bei den Medikamentenpreisen schon längst wieder vorbei ist.

Es gibt halt nichts Einfallsloseres, als einfach den Preis für ein gut laufendes Medikament hochzusetzen. Währenddessen ganze Armeen von Anwälten im Auftrag der Pharmakonzerne damit beschäftigt sind, Patente mit minimalen Veränderungen so lange zu verlängern, wie es irgendwie geht, und so die Konkurrenz zu blockieren.

Innovativ, wie sich die Pharmabranche gerne gibt, ist das bestimmt nicht.

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