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Kommentar Mehr Fabriken, mehr Vorrat, näher am Kunden: Was im Kampf gegen den Chipmangel angesagt ist

Es ist höchste Zeit für eine langfristige Strategie, um Lieferengpässe zu vermeiden. Die Kunden könnten sich etwa an neuen Fabriken beteiligen.
10.05.2021 - 18:08 Uhr Kommentieren
Halbleiter sind weltweit knapp. Hersteller und Kunden müssen daher künftig enger zusammenarbeiten. Quelle: Bloomberg
Chipproduktion

Halbleiter sind weltweit knapp. Hersteller und Kunden müssen daher künftig enger zusammenarbeiten.

(Foto: Bloomberg)

Wie gut, dass inzwischen in vielen Ländern der Welt Kneipen und Kinos wieder öffnen. Denn selbst die Abende mit der Spielekonsole sind inzwischen wegen des Chipmangels gefährdet. Hersteller Sony warnt, dass bis kommendes Jahr womöglich nicht genügend Exemplare der Playstation 5 erhältlich sein werden.

Seit Monaten schon sind die globalen Lieferengpässe ein großes Thema. Nach Stand der Dinge wird sich die Lage noch verschärfen. Betroffen sind nun praktisch alle Branchen, von Autos bis zu Unterhaltungselektronik. Für viele Firmen ist das eine Katastrophe. Bei Ford in Köln etwa stehen die Bänder seit vergangener Woche und noch bis 18. Juni still.

Es ist deshalb höchste Zeit, langfristige Strategien gegen den Chipmangel zu entwickeln. Gefordert sind auf der einen Seite die Halbleiterhersteller und deren Kunden. Auf der anderen Seite müssen die Regierungen aktiv werden. Eine moderne Volkswirtschaft ist auf die elektronischen Bauteile angewiesen. So wie es ohne Wasser, Strom und Straßen nicht geht, so lässt sich heute auch keine Maschinenfabrik mehr ohne Chips betreiben.

Der Staat sollte daher eine Grundversorgung sicherstellen. Für die EU bedeutet das: Es braucht eine gewisse Zahl an Fabriken, Know-how in der Fertigung und die nötigen Materialien. Auf der Agenda der EU-Kommission steht das Thema ganz oben, auch die Bundesregierung ist alarmiert. Nun müssen die Politiker nur noch zügig handeln, Ansiedlungen fördern und sich nicht in jahrelangen Diskussionen verlieren.

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    Die Chiphersteller wiederum sollten deutlich mehr investieren, um der gesteigerten Nachfrage Herr zu werden. Statt fünf Prozent Umsatzplus im Jahr wie vor der Pandemie kann die Branche nun angesichts des weltweiten Digitalisierungsschubs mit bis zu zehn Prozent rechnen. Natürlich sind das schwierige Entscheidungen, eine moderne Fabrik kostet Milliarden.

    Die Kunden sollten sich an den Chipwerken beteiligen

    An diesem Punkt kommen die Kunden ins Spiel. Die sollten sich im eigenen Interesse an Chipwerken finanziell beteiligen. So würden sie es den Halbleiterherstellern einfacher machen, die dringend benötigten Kapazitäten bereitzustellen. Gleichzeitig könnten sie sich auf diese Weise eine gewisse Menge an Chips sichern.

    Die Chipkäufer sollten sich zudem über ihre Lagerhaltung Gedanken machen. Die Engpässe zeigen, wie schwer sich die Halbleiterbranche mit plötzlichen Nachfrageschwankungen tut. Ein deutlich größerer Vorrat ist unerlässlich.

    Grafik

    Ohne Subventionen wird Europa sein Ziel nicht erreichen, den Anteil an der weltweiten Chipproduktion von zehn auf 20 Prozent zu erhöhen und damit theoretisch zum Selbstversorger zu werden. Doch bei aller öffentlicher Unterstützung ist Augenmaß angebracht. Wenn der Staat zu üppig fördert, entstehen Werke, die am Ende keiner braucht.

    Es ist also eine komplexe Gemengelage. Pat Gelsinger, Chef des Weltmarktführers Intel, glaubt deshalb, dass es Jahre dauern wird, ehe Nachfrage und Angebot wieder in Einklang stehen. Wahrscheinlich wird er recht behalten.

    Mehr: Auf der Jagd nach dem Superchip: Wie Europas Halbleiterbranche gegen Asien und die USA bestehen kann.

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