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Kommentar Merz' Bewerbung um ein Ministeramt ist ein Überraschungspaket für die CDU

Friedrich Merz möchte Minister werden. Das dürfte die Feiertagsfreuden von Kanzlerin Angela Merkel und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer trüben.
19.12.2018 - 12:55 Uhr 3 Kommentare
Der ehemalige Fraktionsvorsitzende will wieder an den Kabinettstisch. Quelle: AFP
Friedrich Merz

Der ehemalige Fraktionsvorsitzende will wieder an den Kabinettstisch.

(Foto: AFP)

Berlin Friedrich Merz hat Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer ein Paket der besonderen Art unter den Weihnachtsbaum gelegt. Relativ unverhohlen bewirbt er sich um ein Ministeramt. Auch wenn die Kanzlerin eine Kabinettsumbildung derzeit ausschließt. Ihre Feiertagsfreude und die der CDU-Vorsitzenden dürfte eher getrübt sein. Die 48-Prozent-Anhängerschaft des CDU-Parteitags von Merz wird jubilieren.

Seit dem Kopf-an-Kopf-Rennen in Hamburg werden sie nicht müde, eine wirkungsvolle Einbindung von Merz zu fordern.

Ihm selbst reichen gelegentliche Auftritte vor den Landtagswahlen nicht. Wenn man ihn beim Wort nimmt, will er sich voll in die Politik stürzen. Das geht für ihn derzeit nur mit einem Platz am Kabinettstisch. Wahrscheinlich kann er sich so auch die minimale Möglichkeit offenhalten, doch noch Kanzler zu werden.

Würde er sich auf die nicht immer wohlgemeinten Ratschläge einiger CDU-Granden verlassen und in Gremien gehen, wäre er bald auf dem politischen Abstellgleis. Noch einmal wird er nicht von außen kommen können. Das scheint ihm bewusst zu werden.

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    Jeder CDU-Kanzler musste starke Minister aushalten. Bei Helmut Kohl war es unter anderem Gerhard Stoltenberg. Bei Angela Merkel war es Wolfgang Schäuble, der zeitweise bis zur Selbstaufgabe ihre Kanzlerschaft stützte.

    Sollte Kramp-Karrenbauer Kanzlerin werden, braucht auch sie Aktivposten im Kabinett, die Wahlen mit ihr zusammen gewinnen können. Als Parteichefin wird sie darauf bedacht sein müssen, dass es zu keiner Spaltung der Union kommt, wie der FDP-Chef Christian Lindner zu Recht feststellt.

    Es ist auch nichts ehrenrühriges dabei, als Bundesminister für das Wohl des Landes mitzuwirken. Das Land wurde nicht nur von starken Regierungschefs geprägt, sondern auch von Persönlichkeiten wie Karl Schiller, Otto Graf Lambsdorff, Hans-Dietrich Genscher und Schäuble, die weder Kanzler noch Bundespräsident waren. Trotzdem haben sie alle deutsche Nachkriegsgeschichte geschrieben.

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Merz' Bewerbung um ein Ministeramt ist ein Überraschungspaket für die CDU"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Regierung Merkel hat die SPD fast zur Auflösung getrieben, da die Regierungspolitik mehr den Sozialaspekt der "Sozialen Marktwirtschaft" als die Marktordnung betrieben hat. Die SPD hat weitgehend ihre Politik durchgesetzt, ohne eine SPD-Regierung zu sein. Nur Schröder hat mit der SPD versucht, eine CDU-Politik durchzusetzen , was die SPD dazu trieb, ihn abzusetzen und seine Agenda zu bekämpfen. Dabei hätte der Erfolg ein SPD-Erfolg sein können. - Pech gehabt !


      Die langen Jahre SPD-Politik in der CDU-Regierung haben natürlich die Bereiche verdeutlicht, bei denen eine CDU-Politik fehlt, das könnte ein Mensch wie Herr Merz (vielleicht) ändern. Jedenfalls erhoffen sich das die 48 % Merzwähler. Das bedeutendste Beispiel einer verpassten marktwirtschaftlichen Regelung ist die gesetzliche Rentenversicherung, die eben nicht als Versicherung betrieben wird, weil die Beiträge wie eine Steuer behandelt werden und deshalb eben früher oder später in einer Finanzkrise enden muss. Mein Vorschlag: Verzinsung der Beiträge - notfalls per staatlichem Garantiezins würde den aktuellen (sozialistischen) Solidaransatz durch einen (fast) marktwirtschaftlichen Ansatz ersetzen und bei entsprechend langer Übergangszeit die langfristigen Kosten erheblich senken gegenüber der Notwendigkeit, die Renten aus Steuergeldern zu finanzieren - was der SPD-Ansatz ist.


      Ich kenne gegenwärtig keinen Politiker, der es wagen würde, gegen den Mainstream einen solchen Vorschlag zu machen - aber ich traue das Herrn Merz zu.


      Ein solcher Politikansatz würde endlich einmal einen Wahlkampf ermöglichen , der auch die letzten Wahlverweigerer hinter ihren Öfen hervorlocken kann - jedenfalls bin ich davon überzeugt - und die CDU zusammen mit den Liberalen könnte auf eine große Mehrheit hoffen.

    • Merkel wird Herrn Merz wohl abblitzen lassen - ich kann mir nicht vorstellen, dass Merkel irgendjemanden ins Kabinett holt, der auch nur im Ansatz wirklich kritisch wäre. AKK und Spahn heißt weiter so.
      Nicht umsonst hat Spahn die Nikolausparty vor der CDU - Vorsitzenden Wahl so gestaltet, dass AKK eine Rede vor 200 geladene CDU Delegierte halten durfte.... und dann wurde sein Freund Ziomiak CDU-Generalsekretär - ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    • Super.
      Merz hat mehr als Kreißsaal, Hörsaal und Plenarsaal vorzuweisen.
      Er hat seinen Wohlstand selbst erarbeitet. Soll er doch jetzt zu unser aller Wohl Leistung im Kabinett bringen.

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