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Kommentar Miele darf seinen guten Ruf als Familienunternehmen nicht verspielen

Der Hausgerätehersteller aus Ostwestfalen holt sich McKinsey ins Haus. Die Ideen der Berater sollte Miele aber mit Bedacht übernehmen.
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Das 120 Jahre alte Familienunternehmen steht in einem harten Wettbewerb mit anderen Premium-Anbietern und der versammelten asiatischen Konkurrenz. Quelle: dpa
Miele-Produktion in Gütersloh

Das 120 Jahre alte Familienunternehmen steht in einem harten Wettbewerb mit anderen Premium-Anbietern und der versammelten asiatischen Konkurrenz.

(Foto: dpa)

So ganz einfach ist es nicht für Familienunternehmer, über die Verpflichtung eines Beraters wie McKinsey zu sprechen. Schließlich eilt den Beratern der Ruf voraus, dass danach immer Sparkurse und Stellenabbau die firmenpolitische Agenda bestimmen.

Doch bei Miele ist es anders. Klar steht auch das 120 Jahre alte Familienunternehmen aus Gütersloh in einem harten Wettbewerb, nicht nur mit anderen Premium-Anbietern, sondern mit der versammelten asiatischen Konkurrenz.

Die ist digital vor allem mit junger Kundschaft vernetzt und spricht sie mit preiswerten Produkten an. Der Nachholbedarf bei Saugrobotern und Akku-Saugern, den Miele durchaus erkannt hat, offenbart, wie schnell sich Märkte drehen. Auch in Gütersloh muss umgedacht werden.

Markus Miele und Reinhard Zinkann, die gemeinsam den Premium-Hausgeräte-Hersteller steuern, holen sich externe Berater, auch damit die ihnen beim Fokussieren helfen.

Denn naturgemäß können Familienunternehmen nicht in alle Richtungen gleichzeitig expandieren, auch wenn sie in der gleichen globalen Realität wie börsennotierte Unternehmen leben und daher ebenfalls einen weiten Blick brauchen. Doch dann läuft es anders bei Familienunternehmen wie Miele.

Die Umsetzung der Beraterideen will das Familienunternehmen aus Ostwestfalen selbst und vor allem „Miele-like“ übernehmen. Also sozial und regional angepasst. Das ist gelernt bei Miele – bei den Mitarbeitern wie auch den Firmenchefs. Sie alle sind verwoben mit der Region, daran ändert sich auch in Zeiten der Digitalisierung nichts. Es ist daher gut, dass die Vertreter der Gründerfamilien sich dieser Verbundenheit verpflichtet sehen.

Miele und Zinkann wissen, dass sie sonst Gefahr laufen, ihren guten Ruf zu verspielen, den Status eines großen und einflussreichen Familienunternehmens. Der ist wie ein Premium-Produkt, das gepflegt werden muss. In Gütersloh läuft nichts ohne die Region, aber eben auch nichts ohne den Weltmarkt. Gütersloh ist keine Insel.

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