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Kommentar Mit der abgeschlossenen Tarifrunde haben Bahn-Kunden bis 2021 Ruhe

Die Tarifrunde verlief erstaunlich friedlich, weil die Bahn Personalmangel mehr fürchten muss als Streiks. Doch alte Konflikte könnten wieder aufbrechen.
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Die Deutsche Bahn hat sich mit der Lokführergewerkschaft GDL auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Quelle: dpa
Das Warten hat ein Ende

Die Deutsche Bahn hat sich mit der Lokführergewerkschaft GDL auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

(Foto: dpa)

War da mal was? Ein Tarifeinheitsgesetz, das auch unter dem Eindruck heftigster Bahnstreiks verabschiedet wurde, um konkurrierende Gewerkschaften auf Linie zu zwingen? Verhandlungen, die nach massiven Arbeitskämpfen erst in der Schlichtung beendet werden konnten? Ein Gewerkschaftsboss, den die „Bild“ zum „Bahnsinnigen“ ausrief?

Verglichen mit diesen alten Zeiten muss man die jetzt abgeschlossene Bahn-Tarifrunde geradezu friedvoll nennen – sieht man vom Warnstreik der EVG kurz vor Weihnachten ab. Dies ist sicher nur zum Teil einer zwingenden Schlichtungsvereinbarung mit der sonst so streiklustigen GDL geschuldet.

Schwerer dürfte die Einsicht des Staatskonzerns wiegen, dass er ohne eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Zugpersonal seine Nachwuchsprobleme nicht lösen und seine Einstellungsoffensive gleich beerdigen kann. Streiks schaden der mit drastischem Ansehensverlust kämpfenden Bahn nur vorübergehend, Personalmangel und unzufriedene Mitarbeiter dagegen dauerhaft.

Bis Ende Februar 2021 sind die leidgeprüften Kunden nun vor Arbeitskämpfen auf der Schiene geschützt. Danach allerdings könnten alte Konflikte wieder aufbrechen. Denn sowohl die Schlichtungsvereinbarung als auch die Verabredung, das Tarifeinheitsgesetz im Staatskonzern nicht anzuwenden, laufen Ende 2020 aus.

Die Bahn könnte dann unter Berufung auf das Gesetz Forderungen der kleineren GDL abbügeln. Eine solche Marginalisierung wird sich die streitbare Lokführergewerkschaft aber sicher nicht gefallen lassen.

Gut möglich, dass in der nächsten Tarifrunde dann das Thema Überstunden oben auf der Agenda steht. Denn mit dem Zugeständnis, den Beschäftigten ab 2021 noch mal eine Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld und mehr Freizeit zu geben, ist der Konzern weit über seine Schmerzgrenze hinausgegangen.

Entscheiden sich viele Eisenbahner für die Freizeitoption, dürfte der Überstundenberg der übrigen trotz Neueinstellungen rasch anwachsen.

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