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Kommentar Mit der Demütigung von Alibaba-Gründer Jack Ma statuiert Peking ein Exempel

Alibaba-Gründer Jack Ma ist nicht verschwunden, er meldet sich in einem Video zu Wort – und wirkt fast demütig. All das zeigt, wer bei den chinesischen Firmen tatsächlich das Sagen hat.
21.01.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der Unternehmer ist der Regierung in Peking offenbar zu mächtig geworden. Quelle: dpa
Alibaba-Gründer Jack Ma

Der Unternehmer ist der Regierung in Peking offenbar zu mächtig geworden.

(Foto: dpa)

Es ist ein nicht einmal einminütiges Video des Gründers Jack Ma aufgetaucht, aufgenommen an einem unbekannten Ort, in dem der Multimilliardär über seine Hilfe für die Lehrer im ländlichen China spricht. Und schon steigt die Bewertung des von Ma gegründeten chinesischen Internetkonzerns Alibaba um zwischenzeitlich mehr als 50 Milliarden Dollar.

Die Begründung: Ma sei nach fast drei Monaten, in denen von ihm nichts zu sehen war, offenbar nicht permanent verschwunden. Es sehe jetzt zumindest nicht mehr nach einer Verstaatlichung von Alibaba aus.

Die Reaktion zeigt, wie sehr sich die Regierung mit ihrer Machtdemonstration durchgesetzt hat. Allen ist wieder klar: Am Ende lenkt die Kommunistische Partei die Geschicke der chinesischen Firmen – und nicht etwa die Konzernleitungen selbst. Vielmehr klingt es fast demütig, wenn der ehemalige Englischlehrer Ma in seinem Video nun davon spricht, sich künftig stärker der Bildung im Land und anderen wohltätigen Taten zu widmen.

Ma, der im Oktober Pekings Bremsen durch harte Regulierung bei Finanzinnovationen angeprangert hatte, war der KP zu kritisch und mit Ant Financial, der Online-Finanzierungsausgründung von Alibaba, zu mächtig geworden.

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    Die Antwort: Der Börsengang von Ant Financial wurde abgesagt, das Geschäftsmodell des Onlinefinanzierers ist seither in Überarbeitung, Alibaba wurde wegen Kartellverdachts durchsucht – und Jack Ma verschwand aus der Öffentlichkeit.

    In Zeiten, in denen auch der Immobilienunternehmer Ren Zhiqiang nach einem kritischen politischen Essay über Monate verschwindet und dann wegen Korruption und Machtmissbrauchs zu 18 Jahren Haft verurteilt wird, kann und soll ein solches Verschwinden alles bedeuten.

    Zu viel Erfolg von Unternehmern ist für das Regime gefährlich

    Doch nach ihrer Machtdemonstration steht Chinas KP nun vor einem Problem: Einerseits braucht sie die innovativen und disruptiven Kräfte der Unternehmer des Landes dringend, um ihre ausgegebenen wirtschaftspolitischen Planziele zu erreichen.

    Andererseits hat sie Angst, dass ebendiese Unternehmer im Zuge des geplanten Wirtschaftsaufstiegs des Landes zu erfolgreich und zu gefährlich werden könnten. Die anstehende schärfere Regulierung der chinesischen Technologieunter-nehmen weist große Parallelen mit der in den USA und der EU auf, hat aber eben auch ganz andere Hintergründe.

    Die kommenden Monate werden zeigen, wie viel Luft zum Wirtschaften Ant und Alibaba bleiben werden. Die Videosekunden des Jack Ma waren vielleicht ein erstes ermutigendes Zeichen. Sie kommen vielleicht nicht zufällig just zu einer Zeit, in der Alibaba eine milliardenschwere Anleihe platzieren möchte.

    Mehr: Jack Ma ist wieder aufgetaucht – doch die Sorgen in Chinas Tech-Branche wachsen

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